Achim. Zwischen dem 5. und 9. März flimmern im Rahmen der siebten SchulKinoWoche unterrichtsbezogene Filme über die Leinwand des Kommunalen Kinos (KoKi) in Achim.
Organisiert wird die Veranstaltung von „Vision Kino“, einem Netzwerk für Film- und Medienkompetenz. Als Projektpartner sind das Film & Medienbüro Niedersachsen sowie das KoKi Achim beteiligt. Gezeigt werden die fünf Filme für Kinder und Jugendliche von der 1. bis zur 13. Klasse im Kulturhaus Alter Schützenhof.
Der Film „Mein Freund Knerten“ basiert auf einem norwegischen Kinderbuchklassiker und spielt in der norwegischen Provinz der 1960er-Jahre. Auf den ersten Blick scheint die Welt hier noch in Ordnung zu sein: Die Kinder sitzen brav am Esstisch, die Mutter lächelt frühlingsfrisch und das Haar des Vaters ist adrett gescheitelt. Doch soll dies so wenig wie der heitere Erzählton darüber hinwegtäuschen, dass Lillebrors Kinderwelt alles andere als heil ist. Der handelsreisende Vater kommt geschäftlich nicht auf die Beine, Lillebrors Bruder eckt mit seinen langen Haaren bei den neuen Klassenkameraden an und die Mutter muss eine Stelle antreten, um die Familie finanziell über Wasser zu halten. Zwar versuchen die Eltern, Lillebror nicht zu beunruhigen, doch auf kindlich-naive Weise versteht dieser durchaus, was vorgeht. Er beschließt, die Haushaltskasse durch das Sammeln von Pfandflaschen aufzubessern. Der Film richtet sich an Schüler der 1. bis 4. Klasse und wird am Montag, 5. März, jeweils um 9 und 11 Uhr aufgeführt.
Am Dienstag, 6. März, wird um 9 und 11 Uhr das Drama „Der ganz große Traum“ gezeigt. Zum Inhalt: Im Jahr 1874 beginnt der junge Lehrer Konrad Koch an einem Braunschweiger Gymnasium Englisch zu unterrichten. Da sich seine Schüler für die fremde Sprache nicht begeistern können, verlegt Koch den Unterricht kurzerhand in die Turnhalle und bringt ihnen eine in Deutschland noch unbekannte Sportart bei: das Fußballspiel. Mit Sport will er allerdings nicht nur englische Vokabeln vermitteln, sondern vor allem ethische Werte. Mit seinen progressiven Lehrmethoden stößt der Pädagoge allerdings zunehmend auf Widerstand bei konservativen Kollegen, Eltern und Würdenträgern, für die Bildung gleichbedeutend mit preußischen Drill, Gehorsam und Disziplinierung ist.
Die deutsche Produktion „Goethe“ wird am Mittwoch, 7. März, um 9 und 11 Uhr aufgeführt. Der junge Johann Wolfgang von Goethe als Held eines ausgesprochen unterhaltsamen und temporeichen Films. Dieser klammert sich nicht an authentische Details, sondern fabuliert frei über einen „Pop-Star“ des 18. Jahrhunderts sowie die Geschichte seiner ersten, aber unerfüllten Liebe. Zuschauen können Jugendliche von der 7. bis 13 Klasse.
„Die Guantanamo Falle“ erzählt die Geschichte von vier Menschen, deren Biografien untrennbar mit dem Gefangenenlager von Guantanamo Bay Kuba verbunden sind: Auf der einen Seite der ehemalige Häftling Murat Kurnaz. Auf der anderen Seite zwei in Guantanamo stationierte Militäranwälte, die im sogenannten Krieg gegen den Terror aktiv waren und sie in eine persönliche und moralische Krise stürzten. Des Weiteren der spanische Anwalt Gonzalo Boye, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, einzelnen Vertretern der Busch-Administration wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit den Prozess zu machen. Der Film richtet sich an Pennäler der Klassen 10 bis 13 und wird am Donnerstag, 8. März, gezeigt. Anschließend gibt es eine Diskussion mit Murat Kurnaz.
Am Freitag, 9. März, wird „La grande Illusion“ für Schüler der Oberstufe gezeigt. Beginn ist um 10 Uhr. Zum Inhalt: Zwei französische Offiziere – der Adelige Captain De Boeldieu und der Arbeiter Lieutenant Marechal – werden während des Ersten Weltkriegs abgeschossen. Sie geraten in Kriegsgefangenschaft, wo sie weitere Franzosen verschiedener Herkunft, darunter Rosenthal, Sohn eines jüdischen Bankiers, kennen lernen. Weil die Franzosen fortwährend Fluchtversuche unternehmen, werden sie der Aufsicht des Aristokraten von Rauffenstein unterstellt. De Boeldieu freundet sich mit ihm an, aber Marechal und Rosenthal wollen weiterhin fliehen.
Schulen können sich online auf der Webseite www.schulkinowochen-nds.de anmelden. Dort findet sich auch das gesamte Programm der Kinos mit allen Terminen und Informationen. Zur Vor- und Nachbereitung des Besuchs können Lehrer kostenlose Unterrichtsmaterialien anfordern. Der Eintrittspreis liegt bei drei Euro pro Schüler, für Lehrkräfte ist der Eintritt frei.