Capitol brennt bis auf die Grundmauern ab

Capitol liegt in Trümmern

Capitol liegt in Trümmern

Der Tag nach dem Feuer: Ein paar verbogene Stahlträger, Ziegelsteine und überall Wellblech - fast nichts erinnert mehr an das Capitol.

Partytempel in Flammen

Partytempel in Flammen

Die Diskothek Capitol in Oyten ist komplett niedergebrannt. Nach ersten Schätzungen der Polizei geht der Schaden in die Millionen.

Oyten. Ein Großfeuer hat Sonntagabend die Disco Capitol fast vollständig vernichtet. Ungefähr 100 Feuerwehrleute kämpften bis zum frühen Morgen gegen die Flammen an. Verletzt wurde niemand. Die Polizei geht von einem Millionenschaden aus. Zur Brandursache gibt es noch keine Angaben.

Das Capitol existiert seit fast 20 Jahren. Die Großraumdiskothek ist in einem Industriegebiet am Ortsrand der Gemeinde Oyten beheimatet. Bis zu 2000 meist junge Partygänger lockten die Veranstaltungen am Freitag- und Sonnabendabend an. Sonntags blieben die Türen des Tanztempels traditionell geschlossen.

Die erste Meldung über ein Feuer ging bei der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle um 21.13 Uhr ein. Eine Autofahrerin berichtete von Flammen an der Fassade. Als die ersten Einsatzkräfte nur wenige Minuten später am Brandort eintrafen, schlugen bereits massive Flammen aus dem Dach des Gebäudes. Aus allen Ritzen und den Türen drang dichter Qualm. Umgehend wurde die höchste Brandstufe ausgerufen und wurden weitere Kräfte alarmiert. Insgesamt rückten etwa 100 Feuerwehrleute aus Oyten und Bassen in das Industriegebiet aus. Unterstützt wurden sie von Kräften der Kreisfeuerwehr Verden.

Noch während die ersten Brandbekämpfer die Schläuche ausrollten und eine Drehleiter in Stellung brachten, zündete die dunkle Rauch-Gas-Wolke durch. Das Feuer breitete sich binnen Sekunden auf das komplette Diskothekengebäude aus. Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der großen Hitze war es den Feuerwehrleuten nicht möglich, das Feuer im Inneren zu des Gebäudes zu löschen.

Von außen wurde ein massiver Löschangriff mit zahlreichen Strahlrohren und Wenderohren eingeleitet. Eine Drehleiter, die die Flammen von oben bekämpfte, leistete dabei Hilfe. Trotzdem konnte die Feuerwehr keinen Gebäudetrakt ausreichend schützen. Jeder Winkel der Disco wurde durch Flammen, Qualm oder Löschwasser zerstört. Die Polizei geht von einem Millionenschaden aus. Ein Imbisswagen, der vor dem Eingang aufgestellt war, konnte von den Feuerwehrleuten rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich gezogen werden.

Temperaturen knapp unter Null ließen das Löschwasser gefrieren und verwandelten einige Bereiche der weitläufigen Einsatzstelle in eine gefährliche Rutschbahn. Der Bauhof Oyten setzte Mitarbeiter ein, die pausenlos die Flächen rund um den Großbrand mit Salz abstreuten.

Aufgrund der Rauchentwicklung musste die Feuerwehr zum Teil unter schwerem Atemschutz vorgehen. Vorsorglich wurde ein Fahrzeug des Gefahrgutzuges angefordert. Dessen Besatzung führte Luftmessungen im Umfeld des Großbrandes durch. Obwohl keine gesundheitsgefährdenden Stoffe in der Luft nachgewiesen werden konnten, wurde die Bevölkerung per Radiodurchsagen vorsorglich gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu lassen.

Erst nach langer Zeit zeigte der massive Löschwassereinsatz Wirkung. Um die Flammen komplett ablöschen zu können, mussten mit einem Bagger Teile der Fassade eingerissen werden. Erst am frühen Morgen konnten die letzten der ehrenamtlichen Brandbekämpfer einrücken. Zur Sicherung der Einsatzkräfte rückte das Deutsche Rote Kreuz an. Zur Stärkung der erschöpften Brandbekämpfer wurde die Sondereinsatzgruppe „Verpflegung“ der Kreisfeuerwehr alarmiert. Dessen Helfer versorgten in den Nachtstunden die Ehrenamtlichen mit Getränken und heißen Würstchen.

Die Nachricht über das in Flammen stehende Capitol verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die sozialen Netzwerke wie Facebook. Zahlreiche Schaulustige, nicht nur aus der näheren Umgebung, wollten die Löscharbeiten aus nächster Nähe verfolgen. Dies wurde jedoch von der Polizei verhindert, die die Menschenmenge aus zeitweise über 100 Personen 200 Meter von der Einsatzstelle entfernt in Schach hielt.

Zu der Brandursache konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Die Beamten nahmen noch während der Löscharbeiten erste Ermittlungen auf, die gestern Nachmittag fortgesetzt wurden. In den kommenden Tagen wollen die Brandermittler am Einsatzort weitere Spuren sammeln. Mit handfesten Ergebnissen wird nicht vor Anfang nächster Woche gerechnet.

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