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Erste Seniorengemeinschaft in Achim



Achim-Baden (chb). Eines der ältesten Häuser in Baden, der Meyerhof, kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Aufzeichnungen belegen, dass dort bereits im 12. Jahrhundert eine Hofstelle existierte. Im 18. Jahrhundert wurde das heutige Gebäude errichtet, viele tragende Balken stammen noch aus den alten Zeiten. Nachdem das Haus erst als Bauernhof, anschließend privat genutzt worden war, hat es nun eine neue Bestimmung erhalten.

„Über zehn Jahre lang habe ich selbst in diesem Haus gewohnt, aber mir ist das Gebäude mit seinen 1000 Quadratmetern Grundfläche einfach zu groß geworden“, berichtet Torsten Gehle. Am Wochenende führte der Inhaber vom Ambulanten Hauspflegeverbund Achim (AHA) höchstpersönlich durch die frisch renovierten und neugestalteten Räume der Einrichtung in der Schulstraße 3.

Die Seniorengemeinschaft ist im Meyerhof untergebracht.
  Das Haus ist in drei Bereiche eingeteilt. Einerseits soll hier eine Seniorengemeinschaft für Menschen mit Demenz leben, es gibt eine Tagespflege mit zwölf Plätzen. Zusätzlich stehen vier Pflege-Hotelzimmer für kurze Aufenthalte zur Verfügung. Vom Eingang der Seniorengemeinschaft gelangt man in eine großzügig gestalteteWohnküche. „Dieser Raum soll nicht nur zum Anrichten von schmackhaften Mahlzeiten, sondern auch als Kommunikations- und Anlaufstelle für die Bewohner, das Personal und gern gesehene Gäste dienen“, erzählt Torsten Gehle.

Das Konzept der Seniorengemeinschaft sieht vor, dass hier zehn Menschen mit Demenz zusammen leben. „Die Gemeinschaft bietet einen überschaubaren und sicheren Rahmen. Die Senioren können in liebevoller und geborgener Atmosphäre ihren Lebensabend verbringen“, sagt Torsten Gehle. Wer sich in die Gemeinschaft einbringen kann, darf dieses jederzeit tun. „Bei uns herrscht Selbstbestimmung. Wenn die ehemalige Hausfrau kochen möchte, dann kann sie das tun. Wenn ein ehemaliger Bäcker etwas backen möchte, dann wird ihm dabei geholfen. Auch die Wäsche kann selbst gewaschen werden, natürlich nur wer das auch machen mag“, berichtet Dipl.-Pflegewirtin Anke Stark. Jedes der Zimmer hat seinen eigenen Charme. Von einigen Südfenstern im Obergeschoss des Hauses kann man den Blick in die Badener Wesermarsch genießen. Die Räume sind noch nicht fertig eingerichtet. „Das haben wir bewusst so gehalten, damit die zukünftigen Bewohner ihre von zu Hause gewohnten Gegenstände mitbringen können“, sagt Torsten Gehle. Weiter geht es in die Tagespflege. Diese ist im Erdgeschoss untergebracht. Dort wo früher Kühe und Pferde standen, laden nun gemütliche Sessel zum Verweilen ein. „In der großen Diele befindet sich nun der Mittelpunkt der Tagespflege“, so Torsten Gehle. Die Tagespflege richtet sich an demenzkranke Menschen, die noch keine Rundumversorgung benötigen. Die Einrichtung möchte in erster Linie pflegende Angehörige im Alltag entlasten und für eine optimale Versorgung der Gäste sorgen. Neben der großen Diele gibt es mehrere Hinterzimmer. Hier können sich die Gäste nach dem Essen einen Mittagsschlaf gönnen.
Als weiteren Service bietet die AHA Zimmer für spontane Kurzaufenthalte an. Die sogenannten Pflege-Hotelzimmer können jederzeit in Anspruch genommen werden. „Stellen sie sich vor, ihr Ehemann leidet an Demenz. Dadurch finden sie mehrere Tage hintereinander keinen Schlaf. Lassen sie ihn doch einmal bei uns übernachten. Beide finden ihren Schlaf.Amnächsten Morgen fahren wir den Gatten wieder nach Hause, dort findet er nicht nur sein gewohntes Umfeld wieder, sondern auch seine ausgeschlafene Ehefrau“, erklärt Anke Stark, „aber auch bei anderen Lebenssituationen können solche Pflegehotelzimmer für Angehörige wichtig sein.“ Das Gebäude ist komplett barrierefrei. Neben einer Treppe führt auch ein geräumiger Fahrstuhl in den ersten Stock. Es gibt einen großen parkähnlichen Garten. Auf dem 3000 Quadratmeter großen Areal gibt es mehrere sonnige Terrassen, in einer Ecke können zwei Gänse beobachtet werden. „Füttern ist ausdrücklich erwünscht“, so das AHA-Team. Die Einrichtung mitten im Zentrum Badens ist das erste Projekt dieser Art im Stadtgebiet. „Solche Pflegeeinrichtungen sollte es in allen Stadtteilen geben“, sagt Torsten Gehle, „wir dürfen die Senioren nicht einfach abschieben, sondern sollten sie in unserer Mitte, integriert in die Stadtteile die sie kennen, behalten.“ Wer sich für das Projekt interessiert, kann unter der Rufnummer 04202/ 63531 mit dem Team vom Ambulanten Hauspflegeverbund Achim (AHA) Kontakt aufnehmen.
 
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