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Brände und Schlägereien trüben Jahreswechsel



Achim (chb). Drei, zwei, eins - Prost Neujahr! Pünktlich um Mitternacht knallten auf dem Bibliotheksplatz die Korken, Raketen schossen in den Himmel und die halbe Stadt lag sich in den Armen. Doch schon eine halbe Stunde später war es mit dem fröhlichen Jahresbeginn vorbei. Zwei Brände und zahlreiche Schlägereien in der Innenstadt trübten den Jahreswechsel. 18 Bewohner einer Anlage für betreutes Wohnen in der Herbergstraße mussten sich vorübergehend eine neue Bleibe suchen.

35 Einsatzkräfte der Achimer Ortsfeuerwehr bekämpften die Flammen.
  Dem schnellen Eingreifen von Polizei Feuerwehr und Passanten ist es zu verdanken, dass der Dachstuhlbrand ohne größere Personenschäden blieb. „Durch das viele Feuerwerk war es überall sehr verqualmt, aber mir kam der Geruch auf einmal komisch vor. Beim Blick auf das Dach habe ich dann das lodernde Feuer bemerkt und mit weiteren Passanten die Bewohner aus den Wohnungen geholt“, berichtet Silke Struckmeyer, die das Feuer als erste bemerkt hatte.

Insgesamt 35 Einsatzkräfte der Achimer Ortsfeuerwehr bekämpften die Flammen. Mit einem massiven Löschwassereinsatz konnten die Feuerwehrleute das Übergreifen des Feuers auf ein benachbartes Gebäude verhindern. Die Ursache ist noch unklar, laut Polizei ist das Feuer zwischen Dacheindeckung und Rigipsverschalung ausgebrochen. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 150 000 Euro.
„Schon während der Anfahrt wurden unsere Fahrzeuge massiv behindert und mit Gegenständen beworfen. Einigen Störern hier wurde ich am liebsten auch eine überbraten“, ließ sich ein Feuerwehrmann über die vielen betrunkenen Gaffer aus, die den Feuerwehrleuten die Anfahrt zum Brandort schwer machten.

25 Helfer vom Deutschen Roten Kreuz übernahmen die Betreuung der 18 evakuierten Hausbewohner. Bürgermeister Uwe Kellner schloss das nahe Rathaus auf. Hier wurde im Foyer eine Sammelstelle eingerichtet. Noch während der Löscharbeiten konnten alle Senioren vorübergehend in anderen Pflegeeinrichtungen, Privatunterkünfte und in einem Hotel untergebracht werden. Andere wurden von Verwandten abgeholt. „Die Organisation hat hervorragend geklappt, allerdings mussten wir vier Personen ins Krankenhaus einweisen“, schildert Rettungsdienst-Leiter Ralf Schwarze die Lage.

Nachdem die Hausbewohner versorgt waren, mussten die Helfer im Rathaus immer mehr Platzwunden der Silvesterfeiernden behandeln. Im ganzen Innenstadtbereich kam es zu Schlägereien. Die Polizei hatte größte Mühe, die aufgewühlten und größtenteils betrunkenen Jugendliche zu beruhigen und auseinander zu treiben.

Auch das fast schon obligatorische Silvesterfeuer in der Magdeburger Straße fehlte nicht. In der Tiefgarage im Servicehaus hatten sich Gerümpel und Müll entzündet. Da die Achimer Ortsfeuerwehr bereits in der Herbergstraße im Einsatz war, entsandte der Disponent der Rettungsleitstelle die Wehren aus Uesen und Baden.

Nachdem sich die Feuerwehrleute Zugang zu dem Komplex verschafft hatten, versuchten sie die Flammen abzulöschen. Erst nachdem sie mit einem Hochdrucklüfter den Qualm aus der Garage pusteten, konnte der Unrat endgültig abgelöscht werden.
 
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