Feuer in der Grundschule Bierden
Achim (chb). Bei einem Brand in der Grundschule Bierden ist in der Nacht zu Dienstag das Lehrerzimmer völlig zerstört worden. Angrenzende Klassenräume wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Den Sachschaden schätzt die Polizei vorläufig auf rund 250 000 Euro. Schon während der Löscharbeiten stand fest, dass vor dem Feuer in der Schule randaliert worden war.
| Der Schaden an der Grundschule beträgt rund 250000 Euro. |
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Mit einem Großaufgebot bekämpften zwei Ortsfeuerwehren die Flammen im Schultrakt. Gegen 3 Uhr hatte der Disponent der Rettungsleitstelle die Aktiven der Bierdener und Achimer Ortsfeuerwehren alarmiert. Als die ersten Brandbekämpfer den Schulhof erreichten, schlugen die Flammen bereits lichterloh aus dem Lehrerzimmer. Teils unter schwerem Atemschutz gingen die Feuerwehrleute gegen die Flammen vor.
Trotz des schnellen Einsatzes, der sich für einige Kräfte bis in den späten Morgen zog, konnte ein immenser Sachschaden nicht verhindert werden. Das Lehrerzimmer wurde völlig zerstört, alle anderen Räume durch Rauchgase und Löschwasser stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch die hölzerne Dachkonstruktion hat schweren Schaden genommen. Nur der alte Trakt blieb fast unbeschädigt. |
Die kommissarische Schulleiterin Gudrun Napp und Bürgermeister Uwe Kellner zeigten sich gestern morgen dennoch zuversichtlich, dass der Unterricht nach den Ferien wie geplant aufgenommen werden kann. Kopfzerbrechen macht sich Kellner jedoch über die Statik des erst zwölf Jahre alten Gebäudes. „Mehrere tragende Holzbalken sind stark in Mitleidenschaft gezogen“, stellte er fest, „bevor nicht ein Statiker alles ganz genau kontrolliert hat, lässt sich nur schwer sagen, wann die Aufräum- und Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein werden.“ Auch über den genauen Sachschaden könne bis dahin nur spekuliert werden.
„In der Schule haben Unbekannte in der Nacht vor dem Brand randaliert“, sagt Hausmeister Andreas Riemer, „mit den Feuerlöschern haben sie alles eingesaut.“
Trotz des großen Sachschadens kann sich Gudrun Napp noch über eine Tatsache freuen. „Einen Tag vor dem Brand habe ich die Schulchronik mit nach Hause genommen“, erzählte sie. Auch der kommende Unterrichtsplan liegt noch bei der kommissarischen Schulleiterin.
Die Polizei schätzt den Sachschaden vorläufig auf rund 250000 Euro. Die Beamten schließen Brandstiftung nicht aus. Da es in den vergangenen Wochen häufig zu Sachbeschädigungen im Umfeld der Schule gekommen war, sucht die Polizei nun nach Jugendlichen, die sich in den Sommerferien häufig auf dem Schulgelände aufgehalten haben.
Insbesonders Zeugen, die am Montagabend und zur Brandzeit Verdächtiges beobachtet haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 04202 / 9960 mit der Achimer Polizei in Verbindung zu setzen.
„In den vergangenen Jahren hatten wir immer wieder Probleme mit Einbrechern und Randalierern in unseren Schulen, Turnhallen und Kindergärten“, sagte Kellner. Er schätzt, dass es seit 2002 zu rund 20 solcher Delikte gekommen ist. „Dabei gibt es in öffentlichen Gebäuden weder Geld, noch andere Wertgegenstände“, macht Kellner seinem Unmut Luft.
Einschulung findet wie geplant statt
Fassungslos stehen Kinder, Eltern und Lehrer an den rot-weiß-gestreiften Absperrbändern der Kriminalpolizei. Alle versuchen einen Blick auf die ausgebrannten Räume der Bierdener Grundschule zu werfen. Wie viele andere Bierdener kannte auch Laura Laakmann nach dem Aufstehen nur ein Ziel. Gleich nach dem Frühstück wollte das sechsjährige Mädchen die Schäden an der Grundschule selbst begutachten. Der Grund: Laura sollte eigentlich am 1. September eingeschult werden und bangte nun, doch noch länger auf ihren ersten Schultag warten zu müssen.
„Dabei freue ich mich so darauf“, berichtet sie. Doch die kommissarische Schulleiterin Gudrun Napp konnte bereits gestern Vormittag gegen 9 Uhr eine erste Entwarnung geben. „Der Schulunterricht findet wie geplant statt, auch für die Erstklässler“, versichert sie. „Zwar wird es in den ersten Wochen wohl zu zahlreichen Einschränkungen kommen, da viele Klassenräume unbenutzbar geworden sind, aber dann müssen wir alle ein wenig zusammenrücken.“
Außerdem wurden alle Musikinstrumente der Schule sowie viel Lehrmaterial durch Flammen, Rauch und Löschwasser unbrauchbar. Bürgermeister Uwe Kellner hat bereits gestern eine vorübergehende Container-Lösung ins Gespräch gebracht. So werden heute die improvisierten Container-Zimmer des Uphuser Kindergartens abgebaut. "Diese könnten in den kommenden Monaten als Ersatz-Klassenzimmer dienen“, schlägt der Bürgermeister vor. Erste Sondierungsgespräche mit der Aufsteller-Firma wurden bereits gestern im Rathaus geführt.