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YoDA will Jugendcontainer wiederbeleben



Achim-Baden (chb). Knapp zwei Jahre blieb es still um den Jugendcontainer hinter der Badener Lahofhalle. Nachdem Schüsse, Sachbeschädigungen, Pöbeleien und Alkoholexzesse von Minderjährigen im Umfeld des Treffpunktes für reichlich Unmut bei Anwohnern, Sportverein und Politikern gesorgt hatten, wünschten sich alle Beteiligten einen Neuanfang. Engagierte Jugendliche aus dem Ortsteil setzen sich nach langer Pause jetzt wieder für ihren Container ein und haben zusammen mit Eltern einen neuen Trägerverein ins Leben gerufen.

Wenn es nach Sherin Saborowski und Lennart Bade geht, soll der Container bald wieder öffnen.
  „YoDA wurde schon im Februar gegründet“, erzählt Lennard Bade. Der 18-jährige Schüler ist einer von rund 15 aktiven Jugendlichen, die das Projekt Jugendcontainer wieder zum Leben erwecken möchten. Die Abkürzung YoDA steht für „Youth development area“. Frei übersetzt bedeutet dies so viel wie: ein Raum für Jugendliche zum Entfalten. Der Name soll gleichzeitig Programm sein. Zwar soll der Container am Wochenende auch als Partyraum genutzt werden, an Werktagen und in den Ferien soll aber auch ein festes Programm angeboten werden.

Die ersten Ideen schwirren den Initiatoren auch schon durch die Köpfe. Neben Musikworkshops und Spray-Kursen - hier soll die Außenwand des Containers bemalt werden - sind Wettbewerbe auf der Skate-Anlage auf dem benachbarten Sportplatz im Gespräch.
„In erster Linie soll der Container aber ein Punkt zum Treffen und Klönen sein“, sagt Sherin Saborowski. Die 14-Jährige ist ebenfalls YoDA-Mitglied und hat bereits weiter- gehende Vorstellungen davon, wie der Container genutzt werden kann. „Im Neubaugebiet am Lahof entstehen viele neue Häuser. Das bedeutet, dass viele Kinder in das Viertel ziehen“, schlussfolgert sie. Vielleicht könne man regelmäßig etwas für die ganz Kleinen anbieten, zum Beispiel in den Ferien, schlägt die Schülerin vor.

Doch noch ist der Container, auch wenn er von den Jugendlichen manchmal schon genutzt wird, offiziell noch nicht offen. „Erst müssen wir noch einen Nutzungsvertrag mit der Stadt schließen, erst dann kann der Betrieb starten“, erläutert Lennard Bade. So ist zurzeit noch nicht geklärt, wer die Schlüsselgewalt bekommt, und wer die Verantwortung übernimmt, falls etwas passiert. Die meist diskutierte Frage bleiben aber die Öffnungszeiten des Jugendcontainers.

Trotzdem haben die 15 Jugendlichen bereits die nächsten Ziele im Auge. Schon in der Vergangenheit haben immer viele fleißige Helfer bei Renovierungsarbeiten mit angepackt. „Wenn viele Jugendliche hier sind, wird der Platz langsam knapp“, sagt Lennard Bade. Deshalb denken die Jugendlichen über ein Carport aus Holz nach. Einerseits wäre das ein Regenschutz, andererseits Schattenspender. An warmen Sommertagen würde es dazu einladen, auch mal draußen zu sitzen. Außerdem wird bereits über eine Vergrößerung des fünf mal sechs Meter großen Containers nachgedacht.

Die Mitarbeiter des Achimer Rathauses beobachten die neuen Aktivitäten rund um den Jugendcontainer hinter dem Lahof genau und zeigen sich bislang zufrieden. Michael Schäfer, Leiter der Fachstelle für Kinder und Jugendliche, spart nicht mit Lob. „Ein Stamm an Jugendlichen als treibende Kraft hat die Eltern mit ins Boot geholt. Das ist ein tolles Ergebnis“, unterstrich er vor kurzem. „Wichtig ist nun, dass die Jugendlichen engagiert sind und sich auch weiterhin für ihre Sache einsetzen wollen“, gibt er den YoDA-Mitgliedern mit auf den Weg.

 
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