Magdeburger-Grau soll verschwinden
Achim (chb). „Durch die Kunst findet ein kultureller Austausch statt, und zwar pur”, erzählen Sven Danklef und Meike Blanck. Die beiden Studenten der Fachhochschule Ottersberg unterstützen ein Streetart-Projekt in der Magdeburger Straße. Hier soll das trist wirkende Servicehaus demnächst, zumindest farblich gesehen, glänzen. Kinder und Jugendliche des Viertels gestalten einen Teil der Außenfassade mit Graffiti.
| Ferhat Saglik beteiligt sich an dem Streetart-Projekt. |
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„Zuerst wurden die richtigen Sprüh-Techniken erklärt, anschließend sollte jeder Teilnehmer ein eigenes Logo kreieren. Nun legen wir erst so richtig los”, sagt Projekt-Koordinator und SoFa-Mitarbeiter Jan-Henning Göttsche. Viel Zeit bleibt den Teilnehmern nicht mehr, um die rund 80 Meter lange Mauer zu gestalten. Das Kunstwerk soll schon zum Kulturenfest am kommenden Sonnabend, 30. Juni, der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. „Aber zusammen schaffen wir das”, ist sich Göttsche sicher.
Je später der Nachmittag, um so mehr Interessierte kommen zur Wand. An manchen Tagen sind über 100 Leute auf der Straße, die mitmachen wollen. Das Streetart-Projekt hat sich hier im Viertel zu einem Anziehungspunkt entwickelt. |
„Das Projekt, zu dem auch zahlreiche weitere Workshops gehören, wird von der Lokale Arbeitsgruppe des Landkreises Verden mit fast 5000 Euro gefördert. „Ziel ist es, den Kindern neue Perspektiven auf zu zeigen”, sagt Student Sven Danklef. „Dies wird durch die Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Projekt erreicht. Gleichzeitig findet ein Austausch zwischen den unterschiedlichsten Kulturen statt.”
Durch das Streetart-Projekt haben die Initiatoren eine neue Diskussion in Gang gebracht. „In Achim fehlt eine öffentliche Wand zum sprayen”, äußert der fünfzehnjährige Ferhat Saglik einen Wunsch vieler Jugendlicher - nicht nur aus dem Viertel. „Früher saß ich zu Hause und habe Fernsehen geschaut. Nun kann ich hier Freunde treffen und zusammen coole Slogans an die Mauer sprayen”, sagt er.
Doch bald soll, zumindest vorläufig, damit Schluss sein. Denn der Gebäudekomplex soll bekanntlich noch in diesem Jahr abgerissen werden.