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Jugendliche produzieren eigenes Online-Radio



Achim (chb). Seit einigen Tagen hat Achim einen neuen Radiosender. Der entscheidende Unterschied zum professionellen Vorbild: Das Programm wird ausschließlich über das Internet verbreitet. Die Akteure hinter Mischpult und Mikrofon sind keine ausgebildeten Redakteure oder Moderatoren. Es sind Schüler und junge Auszubildende, die mit viel Einsatz bei der Sache sind.

Die Idee zu dem Projekt lieferte der 17-jährigen Malthe Strauch. Der angehende Elektrotechniker war vor zwei Jahren Moderator bei einem anderen Sender. "Irgendwann wollte ich meine eigenen Ideen verwirklichen", sagt er, "ich dachte an ein Programm, das über Achimer Themen berichtet, Musikwünsche erfüllt und bei dem auch alle Einwohner mitwirken können. "Doch die Schule machte ihm zunächst einen Strich durch die Rechnung. Erst im April hatte er genügend Zeit, um mit dem Projekt durchzustarten. Hilfe bekam er dabei von seinen Freunden Björn Hinrichs und Christian Arndt, die sich schnell mit der Idee des Radiosenders anfreunden konnten.

Die drei Radiogründer.
  Während sich Malthe Strauch um die technischen Fragen kümmerte, machte sich Björn Hinrichs mit den Bedingungen der Gema vertraut. Christian Arndt rekrutierte noch weitere Moderatoren. Seit einigen Tagen sorgen nun die sieben Mitstreiter des Projekts dafür, dass das Achimer Radio regelmäßig auf Sendung geht. "Wir arbeiten gerade an einem festen Sendeplan. Augenblicklich machen wir Programm, wenn gerade Zeit dafür ist", berichtet Arndt.

Wenn es nach dem Willen der drei Organisatoren geht, wird sich das allerdings schnell ändern. Demnächst soll rund um die Uhr ein Programm angeboten werden, zwischen 14 bis 23 Uhr mit festen Sendungen. "Nachts sucht ein Computer im Zufallsverfahren Titel aus, da haben wir erstmal Ruhe", erzählt Malthe Strauch.
Bereits ab der kommende Woche soll es werktags ab 14 Uhr eine "Achim am Nachmittag"-Sendung geben. Hier wird ein buntes Musikprogramm von Pop über Rock bis Techno geboten. Im Anschluss ist eine Sendung namens "Wunschbox" geplant. Hier können die Hörer Musikwünsche und Grüße loswerden, die dann digital in die Welt geschickt werden. Jeden Abend soll es eine andere Sendung geben, die dann die verschiedenen Musikgenres abdecken sollen. An Wochenenden und Feiertagen sollen andere Sendungen für Abwechslung sorgen. Aber auch Hinweise auf Partys, Konzerte und Veranstaltungen möchten die Radiomacher demnächst bringen. Auch an Interviews ist gedacht.

"Außerdem denken wir über eine eigene Nachrichtensendung nach", berichtet Malthe Strauch. "Mit dem größten Online-Portal im Landkreis, dem Achimer.net, haben wir auch schon einen starken Verbündeten gefunden.

"Nicht nur im Freundeskreis der Nachwuchsmoderatoren kommt die Idee über einen eigenen Sender gut an. Auch die Familien interessiert sich für das Projekt. "Vor kurzem kam meine Mutter ins Zimmer, das auch gleichzeitig als Studio fungiert, und beschwerte sich, dass ich heute nur Oldies spiele", erzählt Malthe Strauch. Björn Hinrichs hat wohl die bislang älteste Hörerin mit dem neuen Sender vertraut gemacht: "Meine Oma hat eine halbe Stunde reingehört und fand es lustig, ihren Enkel im Radio zu hören - nur als ich ihr die technischen Abläufe erklärt habe, hat es etwas länger gedauert." Kein Wunder, die jungen Radiomacher nutzen neueste Technik bei der Erstellung ihres Programms.

"Jeder Moderator hat auf seinem Computer eine Software installiert, auf der die Sendungen produziert werden. Hier gibt es ein Wirrwarr an Möglichkeiten, den Klang zu beinflussen, die Wiedergabe der Titel zu steuern und Lieder zu verwalten. Zwischendurch muss der Moderator mit einem Mikro Ansagen machen und Musikwünsche entgegen nehmen. Die Dateien werden durch das Internet zu einem Server geschickt, der die Sendung weiter verteilt. Zuhören kann jeder, der einen internetfähigen PC hat.

"Gema-Lizenzen und Server-Betrieb gehen ganz schön ins Geld", sagt Malthe Strauch, "aus diesem Grund suchen wir noch Sponsoren, die uns unter die Arme greifen können. Schließlich machen wir das Radio ohne Gewinnabsicht."Über das Radioprogramm kann man sich auf der Webseite des Senders www.die-achimer.de informieren.

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