Achim. Das Haus Hünenburg präsentiert ab Sonntag, 16. Januar, eine Ausstellung des Künstlers Emil Kritzky. Seit seinem Tod im Jahr 1988 lagern über 2000 seine Werke im Archiv der Stadt Achim, als Dauerleihgabe von Hannelore Frerker.
Zum dem Thema „Poesie in Farben – Mythen, Träume und Klänge“ werden etwa 40 Arbeiten Kritzkys gezeigt. „Zahlreiche Arbeiten Kritzkys dokumentieren eine Poesie in Farben, Bilder von denen ein Zauber ausgeht, der sich der alltäglichen Beschreibung entzieht“, sagt Johanna Schmidt vom Kunst- und Kulturforum Weener. „Das kann ein besonderer Schmelz der Farbe sein, eine vollkommene Linie oder eine auf das Äußerste reduzierte Bild voller Stille, sie alle strahlen eine sich der Alltagssprache entziehende Poesie aus“, so die Kunstexpertin.
Emil Kritzky greift in seinem Gesamtwerk immer wieder auf Themen der griechischen Mythologie zurück. Im vergangenen Jahr wurden Arbeiten aus den Zyklen Daphne und Orpheus gezeigt. Dieses mal sind Werke aus den Zyklen Narziss und die Nymphe Echo an der Reihe.
Mit „Traum“ betitelt Kritzky in seinem Spätwerk eine Reihe seiner Arbeiten. Zu den signifikanten Zeichen gehören der halb geöffnete Vorhang, der vielleicht noch einige Geheimnisse des Traums verbirgt. Hinzu kommen diverse Details wie Mond und Sterne, die der Traum vielleicht beinhaltet. Durch die Wahl der Technik, häufig Aquarell oder Pastell, wird die Zartheit und Zerbrechlichkeit, die Unfassbarkeit des Traums unterstrichen.
„In seinen konstruktiven Arbeiten spielt Emil Kritzky mit der Poesie der Klänge“, sagt Johanna Schmidt. „Der Verzicht auf Gegenstand ist nicht Negation, sondern Konzentration auf Gültiges“, schreibt Emil Kritzky in seinen Briefen. „Ein Bild sagt etwas aus, etwas ganz Spezielles. Es wird Bild, wenn damit etwas gesagt wird, was mehr ist, was einen Bezug hat zu unserem Sein. Insofern ist auch das gegenstandslose Bild letzten Endes nicht gegenstandslos. Der Gegenstand, der gemeint ist, bezieht sich nicht auf Gesehenes, sondern auf Leben und Erleben im Abstraktum.“
Die Bilder schmücken noch bis zum 6. Mai die Wände der Villa. Das Haus Hünenburg ist jeden ersten Sonntag im Monat oder auf Anfrage (Telefon: 04202/7741) geöffnet. Während der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 16. Januar, um 11.30 Uhr sprechen Fritz Senf für die Hünenburg und Bürgermeister Uwe Kellner für die Stadt Achim. Eine kurze Einführung in die Arbeiten Kritzkys gibt Johanna Schmidt vom Kunst- und Kulturforum Weener.