Vermisstenrettung nach Chemieunfall

Einsatzübung in Oyten

Einsatzübung in Oyten

Die Feuerwehren aus Oyten und Bassen probten zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz einen Ernstfall auf dem Gelände der Firma CHT.

Oyten. Gegen 19 Uhr begann der Einsatz für die ehrenamtlichen Rettungskräfte. Die Leitstelle löste per Funkmeldeempfänger und Sirene Alarm für die Helfer aus. Während der Anfahrt mit Blaulicht und Martinshorn ahnten die Beteiligten noch nichts von der geheimen Übung.

Um den Brand im Lager zu bekämpfen, mussten die Feuerwehrleute in sogenannte Chemikalienschutzanzügen steigen. Dabei benötigten sie die Hilfe von anderen Feuerwehrleuten. In der vernebelten Halle machten sie sich dann auf die Suche nach den Opfern des Brandes. Nach und nach wurden die drei Ohnmächtigen nach Draußen getragen. Außerdem erkundeten die Feuerwehrleute, welche Chemikalie aus dem leck-geschlagenen Fass auslief.

Zeitgleich bauten die Feuerwehrleute vor der Halle einen Löschangriff auf. Schlauchleitungen wurden positioniert und Strahlrohre aufgestellt. Später sah das Szenario auch eine Verpuffung im Labor des Unternehmens vor. Erneut mussten Feuerwehrleute nach Vermissten suchen und sie aus dem Gebäude retten.

Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes übernahmen die medizinische Betreuung der Opfer. Daran wirkte auch Vincent Vorderwisch mit. Für den Achimer war es die erste große Einsatzübung. „Ein Freund nahm mich vor einem halben Jahr mit zum DRK. Seitdem bin ich mit dabei“, erzählte Vorderwisch. Er lobt die gute Kameradschaft wie bei der Feuerwehr. Außerdem möchte er fit in Sachen Erste Hilfe bleiben. „Das kann mir im Berufsleben weiterhelfen“, sagte der Auszubildene.

Begleitet wurde die Übung von den Mitarbeitern der CHT-Gruppe. 54 beschäftigt der Chemiekonzern in seinem Werk an der Oytener Rudolf-Diesel-Straße. Zu den Beobachtern gehörte auch Prokurist Gordon Piontek. Im Vorfeld hatte er nicht lange gezögert, das Firmengelände für die Übung zur Verfügung zu stellen. „Davon profitieren wir, denn in einem Ernstfall haben die Einsatzkräfte Ortskenntnisse“, sagte Piontek. Er wies aber auch darauf hin, dass der Konzern sehr hohe Sicherheitsstandards habe. „Sollte doch einmal etwas passieren, hat die Feuerwehr sofort einen Ansprechpartner. Außerdem unterstützen wir die Feuerwehrleute mit unserem Fachwissen“, sagt Gordon Piontek. „Es gibt mir ein gutes Gefühl, dass die Feuerwehr eine schnelle Reaktionszeit hat.“

Nach zwei Stunden war das Übungsziel erreicht und die Feuerwehrleute und Rettungsdienst konnten ihre Ausrüstung wieder in den Fahrzeugen verstauen.

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