Uphusen. Mit Hunderten Spraydosen und in vielen Arbeitsstunden haben Jugendliche den Achimer Bahnhofstunnel in ein kleines Kunstwerk verwandelt. Ähnliches ist nun auch für die Bahn-Unterführung „Soorenkamp“ in Uphusen geplant.

Unter dem Titel „Mensch und Natur – Kunst für die Umwelt“ soll die Bahn-Unterführung in Uphusen mit Graffiti gestaltet werden.
Aktuell werden Jugendliche gesucht, die ab Frühling die 350 Meter lange Passage unter dem Titel „Mensch und Natur – Kunst für die Umwelt“ mit Graffiti gestalten möchten. Vorgesehen sind Abbildungen aus den Bereichen Umweltschutz und ökologisches Gleichgewicht.
Initiiert wurde das Projekt von Hans-Jürgen Wächter, den Vorsitzenden des Ortsausschusses in Uphusen. Er und viele Anwohner des Wohngebietes „Hinter der Bahn“ störten sich schon lange an dem unansehnlichen Zustand der Tunnelwände. Das eh’ schon triste Mauerwerk wurde mit illegalen Graffitis überzogen. Hans-Jürgen Wächter sprach den Künstler und Sozialarbeiter Sven Dankleff an. Dieser hat sein Elternhaus in Uphusen und war auch schon bei einigen ähnlichen Spray-Projekten in der Umgebung tätig.
Die Gesamtleitung des Projekts hat der Verein Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe, kurz SoFa, übernommen. Die Planungen sehen in diesen Wochen eine Projektfindung vor. Die beteiligten Sozialarbeiter suchen Jugendliche aus Uphusen und der näheren Umgebung, die Interesse haben, sich zu beteiligen. Explizit werden nicht nur erfahrene Graffiti-Sprayer gesucht, sondern auch Neulinge ab 14 Jahre. Diese bekommen bei einem ersten Sprühtraining die Basis-Handgriffe von den beteiligten Profis erklärt.
In den Wintermonaten können die Künstler wegen der kühlen Temperaturen nicht an der Wand arbeiten. Die Zeit soll für Planungstreffen genutzt werden. Dabei werden die künftige Wandgestaltung skizziert, Motive und deren Lage geplant. Der Startschuss mit der Sprühdose fällt dann im Frühling. Zwischen März und Juni sollen sich die Jugendlichen kreativ austoben. „Am Ende wird ein schöner Tunnel stehen“, verspricht Jan-Henning Göttsche. Der SoFa-Mitarbeiter kümmert sich um die Gesamtplanung des Streetart-Projekts. Er wird unterstützt von Sven Dankleff (Künstlerische Leitung), Bastian Morbe (Pädagogische Leitung) und Stefanie Beulshagen.
Inzwischen fand ein erstes Sprühtraining mit einigen potentiellen Teilnehmern statt. Dabei kam es zu einer kleinen Welle der Empörung. „Einige Passanten nahmen an, dass wir offenbar illegal sprayen und drohten uns mit der Polizei. Inzwischen hat es sich aber unter den Anwohnern herumgesprochen, dass wir den Tunnel verschönern wollen“, sagt Göttsche.
Weil das Projekt ohne städtische Mittel auskommen muss, sind die Jugendlichen auf Sponsoren angewiesen. Einen Teil der Kosten trägt SoFa aus seinem Budget für die dezentrale Jugendarbeit. Für weitere Spenden möchten die Teilnehmer bei Geschäftsleuten werben.
Jugendliche und alle weiteren an dem Graffiti-Projekt Interessierten finden Informationen in der Facebook-Gruppe Freiraumgestaltung.