Pflegemaßnahmen in den Verdener Dünen beginnen

Verden. Im Naturschutzgebiet Verdener Dünen beginnen demnächst umfangreiche Pflegemaßnahmen. In dem Schutzgebietes sollen einige Gehölze unter fachkundiger Leitung maschinell gerodet werden. Dabei wird auch der Oberboden aufgerissen.

Die mit Kiefern und Birken bewachsenen Verdener Dünen.

Die mit Kiefern und Birken bewachsenen Verdener Dünen.

„Die Entfernung der Gehölze und der Humusschicht ist beabsichtigt und erforderlich, um die Binnendüne zu erhalten und der speziellen Sandtrockenrasenvegetation wieder Besiedlungsmöglichkeiten zu ermöglichen“, erklärt Diplom-Biologin Antje Mahnke-Ritoff vom Landkreis. Denn Kiefern- und Birkenaufwuchs hätten in den letzten Jahrzehnten größere, ehemals offene Dünenbereiche verdrängt, was anhand älterer Fotos eindrucksvoll zu erkennen sei. Mit den geplanten Maßnahmen wolle man dieser Entwicklung entgegenwirken, um den eindrucksvollen Binnendünencharakter und den gefährdeten Lebensraum als Teil des Stadtwaldes zu erhalten, so Mahnke-Ritoff.

Die in der Eiszeit entstandenen Binnendünen wie die „Verdener Dünen“ sind heute sehr seltene und extrem bedrohte Lebensräume. Die auf den offenen Flugsandflächen vorherrschenden hohen Temperaturen und Verdunstungsraten während der Sommermonate und die allgemeine Nährstoffarmut bilden die Lebensgrundlage für eine Vielzahl an wärme- und trockenheitsliebenden Pflanzen- und Tierarten, von denen eine Vielzahl in ihrem Bestand stark gefährdet sind.

Die im Schutzgebiet vorkommenden typischen Sandtrockenrasenpflanzen wie das Silbergras oder die Sandsegge könnten offene Sandflächen relativ schnell besiedeln, würden aber bei fehlendem Windeinfluss, wie er jetzt in dem Gebiet vorliegt, rasch von auflaufenden Gehölzen wie Kiefern, Birken oder Spätblühenden Traubenkirschen überwachsen, so Mahnke-Ritoff. Ohne regelmäßige Pflegemaßnahmen würde die baumlose Binnendüne mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten bald völlig verschwinden.

Tags: