Achim. Die plattdeutschen Theaterstücke der Achimer Speeldäl beginnen meistens harmlos, werden dann aber schnell zu einer turbulenten Komödie um letztendlich für alle Protagonisten in einem Happy-End zu enden. So auch am Sonnabend bei dem aktuellen Stück „Geiht nich gifft nich“.
Das Stück feierte im Kulturhaus Alter Schützenhof Premiere. Mehr als 150 Besucher wollten sich die Komödie nicht entgehen lassen. Dabei ging es auf der Bühne wie gewohnt hoch her.
Die Einleitung übernahm Tim Beinker, der nicht nur für die Regie verantwortlich war, sondern auch den weltgewandt auftretenden Student Olaf Panitzke mimte. Mit einem Rucksack auf dem Rücken schritt er am Publikum vorbei und stellte sich als Berliner Student vor, der in der norddeutschen Provinz auf der Suche nach günstigem Wohnraum ist.
Erst dann öffneten sich die Vorhänge und gaben den Blick auf das Wohnzimmer der Familie Kruse frei. Hier stritt sich das Ehepaar Hanni und Lothar beharrlich um jeden Euro. Während sich die Ehefrau von ihrem geliebten Porzellan trennte, warf ihr Mann das Geld für abstruse Erfindungen scheinbar zum Fenster heraus. Da wäre zum Beispiel ein Bewegungsmelder, der ein Hundegebell ertönen lässt, sobald sich jemand dem Grundstück nähert. Was Einbrecher abschrecken sollte, stellte sich für den Familienvater als Erfindung dar, die er unbedingt gewinnbringend an den Mann oder die Frau bringen möchte. Doch dieses Unterfangen gestaltete sich schwerer, als es sich der Arbeitslose gedacht hatte.
Doch dann nahte Hilfe in Form des Berliner Studenten. Durch das Anmieten eines Zimmers sorgte er erst für eine gefüllte Haushaltskasse, später verbündete er sich mit dem tüftelnden Erfinder. Turbulent machten sich beide ans Vermarkten.
Hauptdarsteller Tim ist bereits die dritte Generation der Familie Beinker, die seit der Vereinsgründung im Jahr 1946 an den Speeldäl-Stücken mitwirken. „Ganz am Anfang waren seine Großeltern Friedhelm und Edith Beinker mit dabei. Dann folgten Tochter Jutta und Sohn Dieter“, erzählt Klaus Ulrich. Für Dieter Beinker hatte der Vereinsvorsitzende nach dem Schlussapplaus noch eine Überraschung parat. „Da er heute seine 200. Vorstellung gibt, zeichne ich ihn mit der goldenen Perücke aus“, sagt Klaus Ulrich.
Die Achimer Speeldäl bringt die plattdeutsche Komödie noch einmal am Sonntag, 30. Oktober, auf die Kasch-Bühne. Allerdings gibt es für diese Veranstaltung kaum noch Karten. Etwas besser sieht es dagegen bei einer Aufführung in Thedinghausen aus. Hier spielen die Schauspieler „Geiht nich gifft nich“ am Sonnabend, 5. November, im Gasthaus Niedersachsen. Tickets gibt es zum Preis von sieben Euro direkt im Gasthaus oder bei Papier Lange.