Musiker singen – Zuhörer spenden

Achim. „Wenn man für einen guten Zweck sing, macht es einem doppelt so viel Spaß“, sagt Ute Barth-Hajen. Als Mitglied des A-Cappella-Ensembles Lazy Loops trat sie bei der Tafelmusik im Rathaus auf.

Für die Zwischentöne steht die Freude am Singen und der Spaß an der Musik im Vordergrund.

Für die Zwischentöne steht die Freude am Singen und der Spaß an der Musik im Vordergrund.

Nicht nur gesanglich mischte die zweite Vorsitzende des Achimer Tafelvereins mit, denn zuvor hatte sie die Planung des Konzertes übernommen. „Die Achimer Tafel ist im vierten Jahr. Seit ihrer Gründung haben wir in jedem Jahr eine Tafelmusik veranstaltet. Wir haben uns gesagt, dass wir neben den Spenden und Zuwendungen, die wir bekommen, auch etwas für die Öffentlichkeit machen möchten. Da bietet sich das Thema Kultur an“, sagte Rainer Kunze, Vorsitzender des Tafelvereins in Achim. Der Grundgedanke ist, dass Gruppen aus der Region ohne Gage auftreten und nach der Veranstaltung der Spendenhut rumgeht.

Nach einer gut besuchten Auftaktveranstaltung in der St.-Laurentius-Kirche folgten Konzerte im Rathausfoyer, der Kirche in Baden und am Freitag in dem Saal, in dem sich ansonsten der Stadtrat und andere städtische Gremien treffen. „Der Saal ist schön und besitzt eine tolle Akustik. Er sollte öfters für solche Zwecke genutzt werden“, sagte Ute Barth-Hajen. „Ihr Hobby ist die Musik, sie hatte die Idee, war engagiert und hat die Initiative ergriffen sowie mit Musikern und vielen anderer gesprochen. Wenn man möchte, kann man wohl sagen, das die Tafelmusik ist ihr Baby ist“, fand Rainer Kunze lobende Worte für die Organisatorin des Benefizkonzertes.

Ein Leben für die Musik lebt auch Gabriela Stefes, Leiterin des Chors Zwischentöne. Dieser bestritt mit fast 30 Sängerinnen und Sängern den Anfang des Konzertes. „Der Unterschied zu anderen Chören ist, dass wir nur alle 14 Tage proben und bei uns die Freude am Singen und der Spaß an der Musik im Vordergrund steht“, sagt Gabriela Stefes. Ihr ist es wichtig, dass dieser „Funke“ bei den wenigen Konzerten überspringt, „denn Musik ist dafür da, Emotionen auszulösen und nicht nur perfekt irgendwelche Dreiklänge aneinander zu reihen“, sagte die Chorleiterin.

Die Zwischentöne haben sich nicht auf eine Stilrichtung festgelegt. „Nicht nur Jazz, Gospel oder Pop – unser Motto ist von Bach bis Beatles. Das heißt, wir singen Renaissance-Stücke, Swing und Volkslieder“, erklärte Gabriela Stefes.

Mit einem Block von Liebesliedern begann ihr Konzert. Nach etwas Mittelalterlichem folgte Phil Collins mit A Groovy Kind of Love und Top of the World von den Carpenters. Begleitet wurde der Chor von Thilo Seevers am Piano. Der 18-jährige Gymnasiast des Ökumenischen Gymnasiums Bremen hat kürzlich den dritten Platz bei Jugend Musiziert auf Bundesebene gewonnen.

Als bunt gemischt – von Rammstein bis Miles Davis – kann man auch das Programm der Lazy Loops bezeichnen. Der wunderschönen Liebesschmunzette Nothing gonna change my love for you folgte ein Satz von Oliver Gies. Außerdem im Repertoire Mendelssohn Bartholdy mit O Täler weit. Die Lazy Loops scheinen Fans der amerikanischen A-Cappella-Formation The Bobs zu sein, denn gleich drei ihrer Stücke präsentierten sie bei der Tafelmusik.

Wie bei vielen andere A-Cappella-Ensembles wurde auch der Song Engel von Rammstein interpretiert. „Das Lied wurde als Pflichtstück bei einem Chorwettbewerb eingesetzt“, erklärt Ute Barth-Hajen die Beliebtheit des Rocksongs bei Gesangsgruppen: „Außerdem macht er einfach Spaß und ist witzig.“

Nach dem Konzert sammelten die Mitglieder der Achimer Tafel Spenden. Insgesamt 420 Euro legten die Konzertbesucher in Form von Scheinen und Münzen in den großen Spendenhut. Dieser Betrag wurde durch die Abgabe von sechs Tafel-Kochbüchern noch um 165 Euro auf insgesamt 585 Euro erhöht. „Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, dürfen wir diese Bücher übrigens nicht verkaufen. Aus diesem Grund haben wir die Bücher gegen eine Spende angeboten. Das Geld wird zur Refinanzierung der Druckkosten verwendet. Statt der vorgeschlagenen Spende (15 Euro) zahlten die Abnehmer im Schnitt 27,50 Euro pro Kochbuch. „Die Einnahmen aus dem Benefizkonzert fließen in den allgemeinen Tafeltopf, zur täglichen Unterhaltung der Tafel“, sagt Ute Barth-Hajen.

Tags: , , ,