Embsen. „Ich hoffe ihr habt alle gute Schuhe an, aber so weit müssen wir auch nicht laufen“, sorgte Erich Masemann, Vorsitzender der Embser Schützen, bei der Proklamation des neuen Königs für Spannung. Anschließend legte er Ralf Osmers die Königskette um den Hals.
Schneller verlief die Proklamation der neuen Damenkönigin. „Ihr Vater war vor zwei Jahren König, nun trifft es erneut die Familie“, so Erich Masemann, bevor er Bianca Fischer zu sich holte. Zur Vize-Königin ernannte er Erika Ernst. Damit sorgte er für einen Lacher der Vereinsmitglieder, denn es ist ihr dritter Vize-Titel in Folge. Bei den Männern ist Dieter Fischer für ein Jahr Vize-Majestät.
Den Titel König der Könige sicherte sich Dieter Fischer. Edith Esselmann wurde zur Königin der Königinnen ernannt. Bei den Junioren errang Eike Kläfker den Königstitel. Sein Vize heißt Philip Butza. Bei den Jugendlichen setzte Torben Albers den besten Schuss ab, sein Vize heißt Tom Schröder. Mit dem Ehrenpreis der Stadt Achim wurde Johann Meier ausgezeichnet. Der Leopold Uebach Gedächtnispokal geht in diesem Jahr an Marius Apel.
Das Embser Schützenfest war in diesem Jahr eine Nummer größer als sonst, denn der Verein feierte sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass trafen sich Abordnungen von über 20 befreundeten Vereinen zu einem Festakt. In den Reden wurde auf die Geschichte des Vereins eingegangen. Dieser wurde am 21. Februar 1961 von 20 Embsern in der Gaststätte Haacke gegründet. Zum ersten Vorsitzenden wählte die Versammlung Hans Fischer, der den Verein bis 1970 leitete. „Die Übungsschießen fanden zuerst in Haakes Saal statt und wurden von Hans-Heinrich Otten geleitet. Später zog man zum Übungsschießen in die Turnhalle um“, erzählt Embsens Pressesprecher Harry Kohlmann. Dank Spenden und durch viel Eigenleistung der Vereinsmitglieder entstand wenig später am Sandberg ein eigener Schießstand.
Das erste Schützenfest wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung 1964 gefeiert. Zum ersten König wurde Horst Borkowski ausgerufen. Im Jahr 1968 gründeten die Embser eine Damenabteilung. Diese wurde von Renate Osmers geleitet.
Wie es der Zufall wollte, wurde zum zehnjährigen Bestehen das 100. Mitglied in den Verein aufgenommen.
Eine eigene Luftgewehrhalle entstand im Jahr 1973. Sie wurde an das Feuerwehrhaus angebaut. „In der Halle standen auch im Winter sechs Luftgewehrstände zur Verfügung“, so Harry Kohlmann.
1974 legte der 1. Vorsitzende Hans Fischer sein Amt nieder und Johann Lübben trat die Nachfolge an. Unter seiner Leitung wurde 1976 ein Anbau an den Schießstand am Sandberg fertig, der noch heute als Jugend- und Aufenthaltsraum genutzt wird. Durch den plötzlichen Tod von Johann Lübben war 1977 der Posten des ersten Vorsitzenden neu zu besetzen. Gerhard Kluge wurde gewählt und übernahm das Kommando bis er 1989 von dem jetzigen Vorsitzenden Erich Masemann abgelöst wurde. Als Ehrenvorsitzender hält Gerhard Kluge dem Verein die Treue, obwohl sein Lebensmittelpunkt inzwischen in Berlin liegt.
„Durch steigende Mitgliederzahlen wurde es 1980 unumgänglich, wieder einmal nach der Maurerkelle zu greifen. Die Luftgewehrhalle hinter der Feuerwehr platzte aus allen Nähten. In Eigenarbeit wurde eine Anlage mit zwölf Ständen sowie ein Aufenthaltsraum nebst Küche gebaut“, erinnert sich Harry Kohlmann.
Im Jahr 1982 trat der Verein dem Weser-Aller-Wümme Schützenverband bei. Gleich beim ersten Verbandsfest wurde der Verbandskönig und der Träger des Niedersachsenschild gestellt. Gerne erinnern sich die Embser an die Fahnenweihe im Mai 1982. Viele Vereine nahmen an dem Festakt auf dem Hof Mindermann teil und bei einem langen Festumzug wurde die neue Fahne durchs Dorf getragen.
Bald nach dem Fall der Mauer ergab sich die Möglichkeit mit dem Schützenverein Übigau in Brandenburg eine Patenschaft einzugehen. Die Urkunden wurden 1991 ausgetauscht. Regelmäßig besuchen sich die Mitglieder, nicht nur bei den Festen.
Durch den Umbau des Feuerwehrhauses war der Verein 2007 gezwungen seine Luftgewehrhalle erneut umzubauen. Heute zählt der Verein etwa 100 Mitglieder, die sich in Schützen-, Damen- und Jugendabteilung aktiv am Vereinsleben beteiligen.