50 Jahre Reservistenkameradschaft

Zum Abschluss des Festaktes stimmten die Gäste die Deutsche Nationalhymne an. (Foto: Christian Butt)

50 Jahre Reservistenkameradschaft

Achim. Auf eine 50-jährige Geschichte können die Mitglieder der Reservistenkameradschaft Achim zurückblicken. Am Samstag ließen mehrere Redner bei einem Festakt die Zeit noch einmal Revue passieren und wiesen auf die Verdienste des Zusammenschlusses hin.

Achims stellvertretende Bürgermeister Bernd Junker begrüßte die Gäste im Rathaus. „50 Jahre ist eine lange Zeit. Sie haben die Teilung Deutschlands erlebt, aber auch den erneuten Zusammenschluss. Heute gibt es keinen eisernen Vorhang mehr, dafür beschäftigen Auslandseinsätze die Bundeswehr“, sagt Bernd Junker. Anschließend wies der stellvertretende Bürgermeister auf die wohltätigen Verdienste der Kameradschaft hin. Beispielsweise besucht er jedes Jahr das von den Achimern organisierte Benefizkonzert des Heeresmusikkorps in der Aula des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums. Mit den Einnahmen werden die Kirchengemeinden in Achim und Baden unterstützt.

Für den Landkreis überbrachte Landrat Peter Bohlmann herzliche Glückwünsche. „Reservisten sind integraler Bestandteil der Bundeswehr und eine wichtige, gestaltende Kraft. Sie tragen zur Sicherstellung der personellen Einsatzbereitschaft der Streitkräfte bei – und das nicht nur im Verteidigungsfall“, so Bohlmann. Er wies darauf hin, dass die Spezialisten die aktiven Truppen mit ihrem Fachwissen unterstützen. Die Achimer lobte er für das Engagement bei dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Für die Kriegsgräberstätte auf dem Friedhof am Rathauspark hat die Kameradschaft aus der Weserstadt die dauerhafte Pflege übernommen. Zum Abschluss erinnerte Peter Bohlmann daran, dass sich die Achimer Soldaten stets in die Gesellschaft eingebracht haben. Als Beispiel nannte er den TSV Uesen. „Viele Soldaten standen im Kader der Fußballmannschaften“, erinnert sich Bohlmann.

„50 Jahre ist ein bedeutendes Jubiläum. Die Welt hat sich in der Zeit gründlich verändert“, sagt Festredner General a. D. Hans-Peter von Kirchbach. „Die Menschen im Osten haben die Mauer eingedrückt. Wir konnten eine neue Etappe beginnen, die nun die Aussetzung der Wehrpflicht zur Folge hat“, sagt Hans-Peter von Kirchbach. Er mahnt aber auch, dass die Wehrpflicht-Aussetzung eine neue Bereitschaft erzwingt.

Seiner Ansicht nach verpflichtet die Freiheit zum Tragen von Verantwortung. Der General ruft dazu auf, mehr Bürgersinn zu zeigen, wie es die Reservisten vorleben. Als Beispiel nennt er die humanitären Unglücke fernab von Deutschland, bei denen Reservisten, ob organisiert oder unorganisiert, Hilfe leisten. „Damit treten Reservisten für das Grundgesetz und den darin verankerten Menschenrechten ein. Sie engagieren sich ohne einen finanziellen Hintergrund“, erklärt der Festredner.

Zum Abschluss der Veranstaltung unterschrieben Bernhard Gilster und Antje Feldmann vom Förderverein der Gedenkstätte Ehrenhain bei Riesa einen Patenschaftsvertrag. Schon dreimal beteiligten sich Achimer Reservisten an der aufwändigen Instandsetzung der vier Friedhöfe, auf denen mehr als 25.000 sowjetische Kriegsgefangene ruhen.

Bei dem letzten Arbeitseinsatz haben die Achimer auf 900 Quadratmeter Grabfläche Heide und Kies aus dem Boden geholt und stattdessen Rasen eingesät. Bernhard Gilster schätzt, dass etwa 100 Tonnen Mutterboden bewegt wurden. „In Handarbeit, aber nun hat die Ruhestätte wieder einen würdigen Charakter“, so der Vorsitzende.

Tags: , , , ,