Posaunenchor wirbt um Nachwuchs

Achim. Einmal ein Blechblasinstrument in die Hand nehmen und unter professioneller Aufsicht ein paar Töne herauskitzeln. Etwa 15 Interessierte nutzten einen Tag der offenen Tür beim Posaunenchor Achim. Die Gruppe sucht dringend Nachwuchs.

Obwohl die Tuba Sebastian Osmers im Sitzen deutlich überragt, bringt der Zehnjährige einige Töne aus dem Instrument heraus.

Obwohl die Tuba Sebastian Osmers im Sitzen deutlich überragt, bringt der Zehnjährige einige Töne aus dem Instrument heraus.

Der Posaunenchor ist der älteste Chor der St.-Laurentius-Gemeinde. Er wurde bereits 1883 gegründet und hat heute Musik aus dem Barock bis hin zu Spirituals im Programm. „Traditionell spielt der Posaunenchor an Festtagen im Gottesdienst, bei Konfirmationen, Stadtfesten, Adventsmusiken und eigenen Konzerten“, informierte Posaunenchor-Mitglied Egon Prox die Besucher im Gemeindehaus. Anschließend gab er das Wort an Reinhard Gramm, Landesposaunenwart aus Stade, weiter. Dieser gab in einer kurzen Zusammenfassung die Entstehungsgeschichte der Blechblasinstrumente wieder. Anschließend führte er vor, wie die Instrumente gespielt werden und welche unterschiedliche Arten von Mundstücken es gibt. Nach einigen musikalischen Kostproben der Posaunenchor-Mitglieder hatten die Besucher dann die Möglichkeit, sich selbst an den Instrumenten zu versuchen.

Bereits seit zwei Jahren spielt Sebastian Osmers Trompete. Deswegen hat der Grundschüler auch kaum Probleme an der Tuba – dabei überragt das Instrument den Zehnjährigen im Sitzen um einiges. „Mein Opa hat mich zum Trompetenspielen gebracht“, so der junge Bassener. Er erzählt, dass sein Großvater Hermann Pols oft zu Hause spielt. Eines Tages hat er dann seinem Enkel das Instrument gezeigt und ihn regelmäßig geschult. Bei einer Weihnachtsfeier in der Grundschule Bassen durfte der Zehnjährige sein Können sogar schon vor allen Schülern unter Beweis stellen. „Anfangs habe ich nur auf die Noten geschaut, aber gegen Ende war ich gar nicht mehr schüchtern“, erzählt Sebastian Osmers. Noch ist er für den Posaunenchor etwas zu jung, aber musikalisch möchte sich der Bassener alle Optionen offenhalten. Dies begrüßt Otfried Schiller sehr. Kurz zuvor hatte er dem Jungen seine Tuba gezeigt. „Als 16-Jähriger habe ich im Posaunenchor angefangen, inzwischen bin ich über 50 Jahren dabei“, erzählt Otfried Schiller.

Der Posaunenchor hat zur Zeit 14 Mitglieder. „Unser jüngstes Mitglied ist 18 Jahre alt. Aber dann gibt es einen deutlichen Sprung nach oben. Beispielsweise haben wir viele Mitglieder über 70 Jahre in unserem Ensemble“, sagt Egon Prox. Deshalb suchen die Musiker dringend nach Nachwuchs.

„Der Tag der offenen Tür soll die Sache ein bisschen in Schwung bringen“, so Egon Prox. Er könnte sich beispielsweise Mitgliederwerbung unter den Konfirmanden vorstellen. Alternativ auch einen Besuch an einer der weiterführenden Schulen. Warum das Angebot besonders für junge Menschen interessant sein kann, weiß Egon Prox: „Unsere Mitglieder erhalten während den Proben eine qualitativ hochwertige musikalische Ausbildung.“

Wer sich für den Posaunenchor interessiert, darf an den Probeabenden jederzeit zum Schnuppern vorbeikommen. Instrumente können von der Kirchengemeinde gestellt werden. Die Gruppe trifft sich immer mittwochs ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus an der Pfarrstraße. Die Leitung hat Kantorin Regine Popp. Fragen beantwortet sie unter der Rufnummer 04202/ 84131.

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