Bummelmeile statt Hauptverkehrsader

Thedinghausen. Ein Frühlingsfest mit verkaufsoffenem Sonntag lockte bei blauem Himmel und milden Temperaturen in das Thedinghauser Ortszentrum. Bereits am Vormittag meldeten die Flohmarkt-Beschicker gute Umsätze.

Bücher wurde Susanne Herzog beim Thedinghauser Flohmarkt schnell los.

Bücher wurde Susanne Herzog beim Thedinghauser Flohmarkt schnell los.

„Bücher verkaufen sich heutige wahnsinnig gut, aber bei Spielzeug und Klamotten sieht es ein bisschen mau aus“, sagte Susanne Herzog. Die Achimer Mutter hatte im dritten Jahr in Folge beim Frühlingsfest einen Flohmarktstand auf dem Thänhuser Busbahnhof aufgebaut. Das geringe Interesse an den Kinderbekleidung störte sie nicht weiter. „Jedes Jahr gibt es andere Verkaufshits“, so Susanne Herzog.

Einen Stand weiter präsentierte ihre Freundin Manuela Liebig die Schuhe ihrer Tochter und Kinderkleidung. Über mangelnden Umsatz bei den Textilien brauchte sie sich nicht zu beklagen, dafür standen aber alle Schuhpaare auch noch nach Stunden unverkauft auf dem Tapeziertisch. Als Ladenhüter erwies sich die Schreibmaschine von Jürgen Früchtenicht. „Selbst für 15 Euro findet sich kein Liebhaber der alter Technik“, sagt Früchtenicht.

Die Bummelmeile auf der Braunschweiger Straße war den ganzen Nachmittag über bestens besucht. An den Ständen der Blumen-, Deko- und Wurstverkäufer bildeten sich zeitweise kleine Schlangen. Wartezeiten gab es auch beim Kinderkarussell, und die Autohändler stellten im Akkord ihre neusten Modelle vor. Und wegen der wärmenden Sonne schleckten viele Festbesucher auch ihr erstes Eis im neuen Jahr.

Der Heimatverein war mit Dutzenden Gerätschaften vertreten, die einige ältere Festbesucher noch aus vergangenen Tagen kennen. Viel Zuspruch gab es auch für die Thedinghauser Feuerwehr. Die zeigte den Marktbesuchern, wie Verletzte aus einem Fahrzeug geborgen werden. Dazu setzten die Ehrenamtlichen hydraulische Geräte wie einen Spreizer ein, der mehrere Tonnen Druck erzeugen kann. Über gutes Interesse konnten sich auch die Einzelhändler freuen. Sie luden zu einem verkaufsoffenen Sonntag.

Kein Wunder, dass der Bau-, Garten- und Heimwerkermarkt Eggers zu Frühjahrsbeginn besonders viele Kunden anlockte. Auch Fahrradzubehör läuft gut, sobald das Quecksilber wieder die Zehn-Grad-Marke übersteigt. „Im Gegensatz zu den großen Baumärkten versuchen wir, jeden Kunden anzusprechen und bestmöglichst zu beraten“, sagte Heinz Eggers. Vor dem Betrieb, der seit 1914 existiert, hatte er ein schweres Gerät aufgefahren. „Die Hebebühne kann in bis zu 18 Meter Höhe ausgefahren werden und zieht immer viele Blicke auf sich“, so Eggers. Darüber kann seine Nichte Celina nur staunen. Im Korb wird ihr schon bei drei Metern mulmig.

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