Verden. Kleinkinder schützen und frühzeitig auf Anzeichen von Risiken reagieren, das sind die Ziele eines neuen Netzwerkes. Diese Strukturen im Landkreis Verden aufzubauen hat sich die „Arbeitsgruppe Vernetzung Jugend- und Gesundheitshilfe“ auf die Fahne geschrieben.
Der Arbeitsgruppe unter Federführung des Fachdienstes Jugend und Familie gehören Ärzte, Hebammen, Logopäden, Ergotherapeuten und Sozialpädagogen an.
„Es geht um die Verantwortung für den Schutz der Kinder. Je früher Klarheit über mögliche Risiken im Bereich des Kindeswohls besteht, desto größer ist die Chance, bereits mit Hilfe präventiver Maßnahmen Schlimmeres zu verhindern“, erklärt Gabriele Kruse vom Familien- und Kinderservicebüro im Fachdienst Jugend und Soziale Dienste des Landkreises. Ein präventiver Kinderschutz, besonders im frühen Alter von null bis drei Jahren, könne nur gelingen, wenn er interdisziplinär angelegt sei und alle Akteure, insbesondere Jugendhilfe und Gesundheitshilfe, gemeinsam agieren und bestmöglich vernetzt seien.
Diese Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen, bisher kaum verbundenen Systemen will die Arbeitsgruppe intensivieren und verlässlicher gestalten. Dazu gehöre, so Kruse, dass sich die unterschiedlichen Arbeitsbereiche mit ihrer bestehenden Angebotsstruktur besser kennen lernen, optimieren und gegebenenfalls ergänzen. Zu diesem Zweck soll der Ist-Zustand in Sachen Kinderschutz sowie diesbezügliche Netzwerkstrukturen im Landkreis in Kürze mittels einer Fragebogenaktion ermittelt werden.
Angeschrieben werden neben Allgemeinmedizinern sowie Kinder- und Frauenärzten auch Psychologen, Ergotherapeuten, Logopäden, Kliniken, Hebammen und Einrichtungen der Frühförderung. „Wir erhoffen uns davon Informationen, wo Vernetzungsprozesse schon positiv laufen und an welchen Stellen noch eine Optimierung erfolgen muss“, erklärt Kruse. Um einen möglichst fundierten Überblick zu erhalten, sei die Arbeitsgruppe auf die Mitwirkung der Akteure aus der Gesundheitshilfe angewiesen.