Klares Votum für den Standortwechsel

Uesen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung haben sich die Mitglieder des TSV Uesen deutlich für eine potentielle Standortverlegung ausgesprochen. Allerdings nur, wenn auf den Verein keine Mehrkosten zukommen. Außerdem votierten fast alle Mitglieder für den Neubau einer Zweifeld-Halle.

Die Mitglieder des TSV Uesen stimmten mit deutlicher Mehrheit für einen Umzug.

Die Mitglieder des TSV Uesen stimmten mit deutlicher Mehrheit für einen Umzug.

„Unser Votum soll den Politikern als Entscheidungshilfe dienen“, begrüßte Vorsitzender Klaus Matschinski die Mitglieder. Anschließend erläuterte er die beiden Optionen, die derzeit diskutiert werden: Einen Umzug des Vereins in den Gewerbepark Uesen. Hier würde ein Investor auf dem freien Bauplatz zwischen der Straße Brammbusch und der Autobahn 27 ein neues Vereinsheim sowie zwei bis drei Sportplätze errichten und erhielte im Gegenzug dafür das derzeitige Grundstück des TSV Uesen.

Die zweite Lösung sieht vor, einen der bestehenden Fußballplätze an der Worpsweder Straße in einen Ganzjahresplatz umzubauen. Hierfür hatte sich mehrheitlich der Ausschuss für Sport und Kultur ausgesprochen. Der Vorstand des TSV sieht dies anders: „Natürlich gibt es Vor- und Nachteile, aber unser Vorstand hat sich für die Option Brammbusch entschieden, wenn für unseren Verein keine Mehrkosten entstehen“, erklärte Klaus Matschinski.

In der anschließenden Diskussion beklagte ein Vater von zwei sieben- und elfjährigen Kindern den längeren Weg zur Sportstätte, den seine Söhne dann mit dem Fahrrad zurücklegen würden. Besonders in den Abendstunden möchte er seine Kinder nicht alleine durch den Gewerbepark radeln sehen. Dem widersprach Jugendobmann Marcel Steinführer. „Viele unserer Fußballer kommen aus Bierden, Baden und Etelsen. Für die spielt der Standort kaum eine Rolle. Außerdem trainieren die Fußballer im Winter sowieso in den Sporthallen an den weiterführenden Schulen und damit, vom Vereinsgelände aus gesehen, weiter weg als der Gewerbepark. „Dass wir einen dritten Platz brauchen, stand nie zur Diskussion. Nun sollen wir uns plötzlich freuen, wenn eine unserer Spielflächen zum Ganzjahresplatz umgebaut wird. Das ist unakzeptabel“, so ein Vereinsmitglied. „Wir müssen uns an der Realität orientieren. Das Projekt Brammbusch ist nicht mehrheitsfähig“, hielt SPD-Ratsherr Jürgen Harder dagegen.

Ein neuer Vorschlag aus der Versammlung lautete, den Ententeich neben dem Vereinsgelände zu planieren und dort ein kleines Ganzjahresspielfeld zu errichten. Allerdings wiesen Mitglieder gleich auf die Klageandrohungen der Anwohner hin.

Dann ließ Rainer Ditzfeld (CDU), stellvertretender Bürgermeister der Stadt, eine kleine Bombe platzen. „Es gibt einen Investor, der uns bereits eine Kaufsumme für das Areal des TSV Uesen genannt hat. Am Donnerstag wollen wir im Stadtrat der Verwaltung einen Prüfauftrag geben“, so Ditzfeld. Er setzt sich für einen Umzug ein. „An der Worpsweder Straße gibt es für den Verein keine Entwicklungsmöglichkeiten, am Brammbusch jedoch Platz für ein drittes Spielfeld, mehr Parkplätze und keine Anwohnerproteste.“ Anschließend votierten 60 Mitglieder für eine Verlegung ihrer Sportstätte. Allerdings nur, wenn der Verein ohne Mehrkosten umziehen kann. Jeweils drei Mitglieder enthielten sich oder stimmten dagegen.
Nach der Abstimmung war die Turnhalle an der Grundschule Uesen Thema der Versammlung. Diese soll von der Stadt Achim für schätzungsweise 800<ET>000 Euro saniert werden. Schon seit Jahren fordert der Verein eine größere Zweifeld-Halle.

Neben neuen Sportangeboten, wie Handball, soll die Röhnradgruppe wiederbelebt werden. Die Trainerin steht schon bereit. Herbert Eckhoff, Abteilungsleiter Turnen, wies darauf hin, dass die Grundschule Uesen zur Ganztagsschule werden und die Schüler die Halle dann auch nachmittags nutzen könnten. Schon jetzt nutzt der TSV Uesen die Halle werktags zwischen 14 und 22 Uhr. Auch an den Wochenenden herrscht stetiger Sportbetrieb.

„Wer mit dem Gedanken einer Sanierung spielt, der betreibt Steuerverschwendung. Für wenig Geld mehr lässt sich eine größere Halle bauen. Es muss ja kein Kunstwerk werden“, so Jürgen Harder. So sieht es auch eine Turnerin: „Eine Sanierung ist Schwachsinn. Dann haben wir neue Duschen aber immer noch zu wenig Platz, um unsere Geräte unterzustellen. Wir sind jetzt schon rückständig.“

Rainer Ditzfeld warnte davor, dass die Halle auf dem Schulsportplatz nur über eine neue Zuwegung angefahren werden könnte, die über ein Privatgelände verlaufen würde. Außerdem möchte sich nach seinen Worten das Autohaus Schmidt und Koch vergrößern.

„Ich habe nichts gegen das Autohaus, aber wieso gehen die nicht in das Gewerbegebiet“, warf eine Besucherin vor der Abstimmung ein. Bei zwei Enthaltungen sprach sich der Verein gegen eine Sanierung der alten Halle aus, dafür aber für eine neue Zweifeld-Halle im Bereich der Grundschule.

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