Kerzen erleuchten die Kirchen

Achim. Weihnachten zieht es die Menschen nicht nur in die Heimat, sondern viele finden auch wieder den Weg in die Kirche. Wer für die Christnacht in der St.-Laurentius-Kirche einen Sitzplatz auf den vorderen Bänken ergattern wollte, musste rechtzeitig durch den Schnee zum Gotteshaus stapfen. Das Kirchenschiff war fast bis auf den letzten Platz gefüllt.

Höhepunkt jeder Christnacht in der St.-Laurentius-Kirche ist das Entzünden der vielen hundert kleinen Kerzen.

Höhepunkt jeder Christnacht in der St.-Laurentius-Kirche ist das Entzünden der vielen hundert kleinen Kerzen.

Traditionell bleiben die elektrischen Lichter aus, nur Kerzen tauchten das Gotteshaus in ein festliches Licht. Die Predigt hielt in diesem Jahr Pastor Christoph Maaß.

Anfangs sprach Maaß, dessen Eltern schon stark mit der Kirche verbunden waren, über seine eigenen Erlebnisse zur Weihnachtszeit. Denn für ihn gehörte ein Kirchgang wie selbstverständlich zu der „besonderen Zeit“ dazu.

Im Grundschulalter sah man ihn immer im Krippenspiel. Dabei hangelte er sich durch alle Rollen. Auch schon einen Engel spielte er. Während seiner Jugendjahre blieb Weihnachten für ihn eine besondere Zeit. Das änderte sich auch nicht während seines Studiums. Zwar traf er sich nun mit Freunden in der Stammkneipe, aber das Gefühl einer „besonderen Zeit“ blieb.
Wieso ihn Weihnachten berührt, konnte er jedoch nie wirklich erklären.

Doch während seines Studiums in Heidelberg hat er in einem Jahr sein Weihnachtsgefühl verloren. „Ich ging in die Kirche. Die Lieder und selbst die Predigt sprachen mich überhaupt nicht an“, so Pastor Maaß. Doch für ihn war es kein Verlust auf Dauer. Er las die von Luther übersetzten Bibelverse über die Geburt Jesus Christus. Das gab ihm sein weihnachtliches Gefühl zurück. „Wir kennen die Geschichte von Kindheit an. Gott kommt als Kind in den Stall. Wir Menschen hätten das Drehbuch anders geschrieben. Eine Werbeagentur hätte auf mehr Glanz gesetzt“, so Christoph Maaß. Aber nach seinen Worten setzt Gott nicht auf Pomp, er kommt bescheiden und still. „Diese Geschichte bietet Raum, da ist ein Platz für uns alle“, so der Pastor.

Eigentümlich hell wurde es, als zum Abschluss des Christmesse das Friedenslicht von Besucher zu Besucher weitergegeben wurde. Gegen Mitternacht erleuchteten Hunderte kleiner Kerzen das Kirchenschiff, und der Duft von warmen Kerzenwachs zog durch das Gotteshaus während einige hundert Besucher zum Abschluss gemeinsam „O du fröhliche“ sangen.

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