Achim. Eingeweihte wissen es: Immer am dritten November-Wochenende pendeln zahlreiche Achimer vom Rathaus in das Kulturhaus Alter Schützenhof und umgekehrt. Grund sind der Weihnachtsbasar von terre des hommes im Ratssaal und die Hobbykunst-Ausstellung „Unsere Steckenpferde“ im Kasch.
„Schon kurz nach Türöffnung bildete sich eine lange Schlange an der Kasse“, berichtet Margrit Bischoffs von der Achimer Ortsgruppe terre des hommes. „Unsere Stammkunden wissen halt, dass sie pünktlich kommen müssen.“ Im Angebot der Kinderhilfsorganisation standen in diesem Jahr wieder viele Ideen rund um das anstehende Weihnachtsfest. Duftsäckchen, fein verzierte Weihnachtsbaumkugeln, Kerzen, Sterne aus Papier und aus Holz gebastelte Elche und Weihnachtsmänner waren auf den Ausstellungstischen zu finden. Außerdem Marmelade aus hauseigener Produktion. „Ohne die läuft es nicht“, weiß Margrit Bischoffs zu berichten. Vor dem Marmeladen-Regal machte Ursel Mindermann einen kleinen Zwischenstopp. „In diesem Jahr nehme ich ein Glas Quitte-Chili-Aroma mit“, erzählt die Achimerin. Der Basarbesuch gehört bei ihr zur Tradition: „Hier findet man viele Kleinigkeiten und so manches Geschenk.“
Statt auf die Weihnachtsmänner hatten Inka und Jan nur Augen für einen Karton mit Briefmarken. „In der Schule sammeln wir abgestempelte Marken für Bethel, deswegen sind mir die Briefmarken sofort ins Auge gefallen“, so der neunjährige Jan. Gleich zu Beginn ihres Rundganges durch den Ratssaal hat Elke Gerbers einen ganz besonderen Teddy entdeckt. „Mein zweijähriger Enkel Emil besucht mich jeden Tag, während seine Mutter arbeitet“, erzählt die als Stadtführerin bekannte Gerbers. Er ist nicht nur plüschig, sondern auch praktisch, denn er dient auch als Rucksack. „Emil bringt ja immer mal Kleinigkeiten mit, die kann er in der Tasche verstauen“, erzählt Elke Gerbers. Außerdem hat sie der Preis von fünf Euro überzeugt.
Über ein ständig volles Haus konnte sich auch Steckenpferde-Organisatorin Angelika Osmers freuen. Sie selbst bot in diesem Jahr an ihrem Stand wieder Liköre aller Geschmacksrichtungen an. „Das Rezept stammt noch von meiner Großmutter“, berichtet Osmers. Interessierten Besuchern schenkte sie gerne eine kleine Kostprobe ein. „Ich gebe wohl mehr Kurze aus, als ich verkaufe, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden“, so Angelika Osmers.
Gut besucht war auch der Stand von Käthe Dähne. Statt zur Fernbedienung greift die rüstige Bremerin lieber zu Stricknadel und Garn. „Ich habe viel Zeit, deswegen kann ich auch so viele unterschiedliche Strümpfe anbieten“, erzählt sie. Die durchschnittlichen Größen bietet due Strickerin für acht Euro an. Wegen des Mehrverbrauchs an Garn kosten Socken der Größe 52 allerdings zwölf Euro.
Für Preise zwischen drei und fünf Euro bietet Gabriele Erbe besondere Karten und Verpackungen an. „Früher liefen Weihnachtskarten besser. Aber das wird immer weniger, denn die Leute scheinen immer schreibfauler zu werden“, so die Dörverdenerin. Statt dessen verkauft sie immer mehr individuell gestaltete Verpackungen für die Geschenke.
Bei beiden Ausstellungen wurde Geld für wohltätige Projekte gesammelt. Bei den Steckenpferden gehen die Verkaufserlöse von Kaffee und Kuchen sowie die Eintrittsspende an indische Patenkinder, um die sich die Aussteller nun schon seit vielen Jahren kümmern. Auch die Frauen des Kinderhilfswerks terre des hommes unterstützen, wie der Name schon verrät, mit den Einnahmen von Basar und Café Kinder in den ärmsten Regionen der Welt.