Jugendjury bestimmt über Mittelvergabe

Achim. Ein tolles Projekt für Jugendliche im Hinterkopf, aber ohne eine Geldspritze lässt es sich nicht verwirklichen? Kein Problem – für solche Fälle wurde die Jugendjury gegründet. Das Gremium, bestehend aus jungen Menschen, entscheidet jährlich über die Vergabe von insgesamt 8000 Euro an Fördergeldern. Die Mittel stammen aus dem Haushalt der Stadt Achim.

Über die Vergabe von Fördergeldern in Achim entscheidet die Jugendjury.

Über die Vergabe von Fördergeldern in Achim entscheidet die Jugendjury.

Beraten wird die Jugendjury von Till Bräkling. Er ist für die Stadt im Fachbereich Gesellschaft und Soziales, speziell für die Belange der jungen Achimer, tätig. Außerdem wirkt Auszubildende Nathalie Weiß mit. „Seit ungefähr einem Jahr entwickeln wir die Idee Jugendjury. Bisher gab es viele theoretische Gespräche, nun sind wir endlich bei der Praxis angekommen“, sagt Till Bräkling. Die sechs Jurymitglieder haben bei ihren Sitzungen erste Grundlagen für die eigene Arbeit festgelegt. Beispielsweise muss jeder Antragsteller ein standartisiertes Formular ausfüllen.

Einen Antrag hat die Jury bereits erhalten. Eine Jugendgruppe aus Bierden möchte eine rollende Musikbox bauen. An Materialkosten veranschlagt die Gruppe 400 Euro. Zirka vier Monate wollen die Teilnehmer im Winter an dem Gerät basteln. „Andere Gruppen stehen auch schon in den Startlöchern. Weil unser Antragsformular erst seit einigen Tagen fertig ist, mussten wir viele Gruppen auf den Herbst vertrösten“, so Till Bräkling.

Projekte werden nur gefördert, wenn mindestens fünf junge Menschen zwischen 10 und 26 Jahren beteiligt sind. Die Dauer ist auf drei bis sechs Monate begrenzt. Außerdem soll das Projekt in Achim realisiert und nach Fertigstellung öffentlich präsentiert werden. Politische und konfessionelle Gruppen sind von der Förderung ausgeschlossen. Erfüllt eine Idee diese Voraussetzungen, kommt die Jugendjury zu einer Beratung zusammen. Wird eine Förderung bewilligt, stehen pro Projekt bis zu 500 Euro zur Verfügung.

Till Bräkling lässt die Jurymitglieder eigenständig arbeiten. „Ich sehe mich in der Rolle eines Beraters. Ich schaue, dass alles zielorientiert abläuft und gebe Tipps“, so Till Bräkling. „Möchte eine Gruppe beispielsweise Musik aufnehmen, dann frage ich beim Dröönläänd an, ob es dort möglich ist“, so der städtische Mitarbeiter. Außerdem macht er auf weitere Fördermöglichkeiten aufmerksam. Beispielsweise auf Gelder der lokalen Arbeitsgruppe.

In der Jugendjury wirken die Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Gründen mit. „Ich bin dabei, weil ich den Ansatz gut finde, dass Geld für Jugendliche direkt von Jugendlichen verteilt wird“, sagt Tetje Ysker. „Wir schauen uns jedes Projekt genau an. Mir ist wichtig, dass die Jugendlichen etwas erschaffen“, sagt Tuba Kacar. Neben den beiden wirken auch Franziska Anders, Lea Freidhof, Andrea Meyer und David Noltemeyer an der Jugendjury mit. Noch gibt es die Möglichkeit, dass sich weitere junge Menschen aus Achim in dem Gremium mitarbeiten.

Junge Menschen, die mit der Jugendjury in Kontakt treten wollen, brauchen nur ihren Computer hochzufahren und Facebook.com aufzurufen. In dem sozialen Netzwerk gibt es unter dem Stichwort Jugendjury Achim eine eigene Seite. Alternativ kann auch eine E-Mail an jugendjury@stadt.achim.de gesendet werden. Wer kein Internet hat, kann sich unter der Telefonnummer 04202/ 9160431 an Bräkling wenden.

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