Mit Tanzen ein Zeichen gegen Aids setzen

Achim. Fast synchron bewegen sich 180 Hauptschüler – drehen sich um die eigene Achse und klatschen in die Hände. Was für Außenstehende spaßig aussieht, entpuppt sich als ernster Unterrichtsstoff: Die Schüler beteiligen sich an der weltweiten Anti-AIDS-Initiative „dance4life“.

Einen Vormittag lang setzten 180 Schüler ein Zeichen gegen Aids.

Einen Vormittag lang setzten 180 Schüler ein Zeichen gegen Aids.

„Die Zahl der Menschen, die weltweit den HIV-Erreger in sich tragen, wächst stetig. Im Kampf gegen die Krankheit möchten wir über die Vermittlung von Tanz und Musik ein präventives Zeichen setzen“, sagt Sozialarbeiter Sebastian Hecht.

„Die Jugendlichen werden sich durch die Bewegung über ihren Körper bewusst und die Veränderungen, die er in der Pubertät durchmacht. Darüber hinaus ist die Veranstaltung eine Möglichkeit, sich selbst gegen Aids zu engagieren oder gehört zu werden“, so Sebastian Hecht. Er übernahm gestern Vormittag den Gesprächspart, seine Kollegin Frauke Eichhorn war für das Tanzen zuständig.

„Was heißt eigentlich HIV, und wie kann es sich übertragen?“ Mit solchen Fragen versuchte er, mit den Schüler der Klassenstufen acht bis zehn ins Gespräch zu kommen. Seine flotten Sprüche halfen dem Sozialarbeiter schnell, Vertrauen aufzubauen. „Durch Speichel beim Küssen wird HIV nicht übertragen. Nur wenn sich zwei Küssen, die gerade eine Weißheitszahn-Operation hinter sich haben und noch stark bluten. Aber wer will das dann schon?“ Wer bei Fragen richtig lag, konnte sich über ein T-Shirt freuen.

„Bei uns sitzen die Schüler nicht auf der Schulbank und langweilen sich“, sagte Frauke Eichhorn. „Wir wecken durch Tanzen und Spaß beim Workshop ihr Interesse.“ Dies wurde bei einem Spiel am Ende der Veranstaltung deutlich. Die Jugendlichen sollten eigene Ideen entwickeln, wie und wo man über Aids aufklären könnte. Binnen zwei Minuten fanden sich zahlreiche Vorschläge auf den Zetteln. Beispielsweise ein Aktionsstand in der Innenstadt, Flyer und Plakate oder ein Fußballturnier. Einen Breakdance-Workshop oder ein Hip-Hop-Battle würde Halil Savaskan und seine Freunde ansprechen. „Das wäre vielleicht im Achimer Dröönläänd möglich“, so Halil Savaskan.

Genau diese Sensibilisierung ist das Ziel der Initiative „dance4life“. „In Deutschland kann sich ja jeder ganz leicht mit Kondomen schützen“, sagt Sebastian Hecht. Trotzdem steigt auch hier die Infektionsrate. Weltweit leben deutlich über 30 Millionen Menschen mit dem HIV-Erreger. Alle sechs Sekunden infiziert sich ein Mensch neu. „Den Armen fehlt das Geld für Verhütung und Schutz. Mit Spenden kann man sie unterstützen“, sagt Sozialarbeiterin Frauke Eichhorn.

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