Freiwilligenagentur informiert über Bürgerbus

Achim. In neun Städten und Gemeinden rund um Bremen rollt bereits ein Bürgerbus. Als nächstes soll das Projekt in Achim verwirklicht werden. Die Freiwilligenagentur will mit einer Haushaltsbefragung den Bedarf ermitteln und mögliche Strecken entwickeln.

Erste Umfrageergebnisse hat Knut Pickert vom Senioren- und Behindertenbeirat bei den Seniorenfahrten der Stadt Achim gesammelt. „Rund 80 ausgefüllte Bögen wurden bei mir abgegeben“, so Knut Pickert. Allerdings hält er die Zahlen noch nicht für aussagekräftig genug, denn einerseits beteiligen sich viele junge und mobile Senioren an den Sommerfahrten, andererseits sind fast nur Einwohner aus Achim, Baden und Uphusen vertreten. Aus den anderen Ortsteilen liegen kaum Umfrageergebnisse vor. Doch schon jetzt zeichnen sich erste Trends ab. So hat die Hälfte der Teilnehmer manchmal Schwierigkeiten, zu einer bestimmten Zeit in das Stadtzentrum oder einen Ortsteil zu gelangen.

Auf die Frage, wie oft man den Bürgerbus nutzen würde, haben 32 mit nie geantwortet. „Kein Wunder, 31 haben ja auch angegeben, ein eigenes Auto zu besitzen“, so Knut Pickert. 28 würden das Angebot ein oder zweimal in der Woche nutzen, acht haben dreimal wöchentlich angekreuzt. Als Ziele geben 52 Befragte ihren Arzt an, gefolgt von Einkäufen und Zubringer zu den Bahnhöfen. Besonders fällt auf, dass sich viele Senioren eine bessere Fahrtgelegenheit zum Weserpark oder zu Dodenhof wünschen, dabei verkehrt auf diesen Strecken bereits eine VBN-Buslinie.

„Liegen alle Ergebnisse vor, werden wir die künftigen Strecken festlegen. Deswegen bitten wir möglichst viele Achimer um eine Teilnahme“, sagt Martina Meyer von der Freiwilligenagentur. Besonders im Augenmerk liegen Routen, die vom Verkehrsverbund Bremen Niedersachsen (VBN) nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Ungefähr alle zwei Stunden, nach einem festen Fahrplan, steuert der Achimer Bürgerbus werktags die Haltestellen an. Um 18 Uhr endet das Angebot.

Die Anschaffung des Bürgerbusses kostet ungefähr 80000 Euro. Davon stammen 50000 Euro aus Landesmitteln, der VBN bezuschusst das Projekt mit 20000 Euro, den Rest übernimmt die Stadt Achim. Die kommt auch für die jährlichen Betriebskosten von schätzungsweise 12000 Euro auf. „Das ist deutlich weniger als wir für VBN Plus ausgegeben haben“, sagt Bürgermeister Uwe Kellner.

Gesucht werden jetzt ehrenamtliche Fahrer. Einige haben sich schon bei Knut Pickert gemeldet. „Jeder Bürgerbus-Fahrer soll den Wagen ein- oder zweimal im Monat fahren“, sagt er. Deswegen werden etwa 30 Ehrenamtliche für diese Aufgabe gesucht. Da der Bus nur acht Personen befördern kann, ist keine besondere Fahrerlaubnis notwendig. Der normale Pkw-Führerschein reicht aus. Allerdings müssen die Fahrer mindestens 21 Jahre alt sein.

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