Menschenrettung und ein Schiffsbrand

Für die Übung wurde der Kanal von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für drei Stunden gesperrt. (Foto: Butt)

Menschenrettung und ein Schiffsbrand

Menschenrettung und ein Schiffsbrand

Menschenrettung und ein Schiffsbrand

Auf dem Weser-Kanal zwischen Baden und Etelsen probten Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft den Ernstfall.

Baden. 21 Blaulichtfahrzeuge auf der Straße, fünf Einsatzboote auf dem Wasser – die Übung am Dienstagabend war eine der größten des Jahres. Über 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und DLRG probten auf dem Kanal zwischen Baden und der Etelser Schleuse den Ernstfall.

Geprobt wurde der Ernstfall auf einem Arbeitsschiff. Das Übungsszenario: Bei Baggerarbeiten ist die Baumaschine durch einen technischen Defekt in Brand geraten. Die Besatzung wurde bei ersten Löschversuchen verletzt und konnte sich teilweise nur durch den Sprung ins Wasser retten. Ein Mitarbeiter blieb verletzt auf dem Schiff liegen. Außerdem bedrohten Flammen das restliche Schiff und große Mengen Öl traten aus.

Als zuständige Feuerwehr wurden die Badener Brandbekämpfer um kurz vor 19 Uhr alarmiert. Die Feuerwehrleute wussten nichts von der Übung. Auf der Anfahrt wurden sie per Funk über eine starke Rauchentwicklung informiert. Ortsbrandmeister Lutz Schröder, der die Übung gemeinsam mit Wolfgang Wendt ausgearbeitet hatte, wies die ersten Kräfte ein und ließ anschließend weitere Feuerwehren, das Technische Hilfswerk (THW) sowie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) nachalarmieren.

Mit einfachsten Mitteln wie Rettungsring, Leinen und Steckleitern versuchten die Feuerwehrleute sofort, den ins Wasser gesprungenen Mann zu retten. Dieser gab einen Krampf im Bein vor und rief lautstark um Hilfe. Auch vom Arbeitsschiff aus machten einige Arbeiter die Übung durch schauspielerisches Talent und Hilferufe sehr realistisch. Nach einigen Minuten gelang es den Einsatzkräften, den Mann an Land zu bringen.

Doch dort folgte eine weitere schwierige Prüfung auf die Feuerwehrleute. Sie mussten den durchnässten Mann eine zirka fünf Meter hohe Böschung nach oben tragen. Nachdem das geschafft war, wurde er von Feuerwehrfrau Nina Vast bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes betreut.

Ein zweiter Arbeiter sprang ins Wasser, als die an der Ueser Brücke in die Weser gelassenen Boote in Sichtweite kamen. Zu diesem Zeitpunkt peitschte starker Regen über den Weserkanal und es dämmerte bereits Dies machte es den Einsatzkräften nicht leichter, den angeblich Verletzten Arbeiter zu retten. Doch auch diese Aufgabe meisterten die Bootsbesatzungen und brachten den Mann an Land. Dort fand mittlerweile die Brandbekämpfung statt. Aus mehreren Rohren wurde der Brand – einige Teppichreste Standen auf dem Arbeitsschiff in Flammen – bekämpft.

Zeitgleich versuchten weitere Feuerwehrmänner, das Arbeitsschiff mit Winden am Wegtreiben zu sichern. Außerdem mussten die THW-Boote für die Brandbekämpfung ausgestattet werden.

Um den Ölaustritt kümmerten sich die Brandbekämpfer aus der Kreisstadt. Sie mussten die Ölsperren den steilen Hang hinuntertragen und am Ufer befestigen. Mit einem Boot wurden die Sperren dann um das Arbeitsschiff gezogen.

Nach drei Stunden konnten die beiden Organisatoren Wolfgang Wendt und Lutz Schröder ein positives Fazit ziehen. Alle beteiligten Hilfsorganisationen hatten Hand in Hand zusammengearbeitet. Die im Wasser treibenden Personen konnten schnell gerettet werden. Großes Lob gab es auch für die Papenburger Baufirma Bunte. Diese ist für den Ausbau des Kanals zuständig und hat die Übung mit mehreren Mitarbeitern sowie den beteiligten Schiffen unterstützt. „Eine solche Einsatzübung aus nächster Nähe zu erleben ist für mich sehr interessant gewesen. Sonst ist es natürlich nicht möglich, einen so großenRettungseinsatz als Beobachter mitzuerleben“, sagt Bunte-Mitarbeiter Ulrich Pelmer.

Tags: , , , , , , , , ,