Achim. Die Kacheln sind matt und schmutzig und auf dem Beckenboden liegen Äste und Laub und die Uhren. Die neue Badesaison rückt immer näher, doch das Achimer Freibad liegt im Winterschlaf. Dabei soll das Bad offiziell am 1. Mai die Tore öffnen.
„Wir versuchen den Eröffnungstermin zu halten“, gibt sich Heiko Haase, bei der Stadt Achim für Bäderwesen zuständig, einigermaßen optimistisch. Um den Termin zu halten, müssen sich die Angestellten sputen. Alle drei Becken müssen grundgereinigt und anschließend mit neuem Wasser gefüllt werden. Alleine letzteres dauert mehrere Tage. Zwischendurch muss die komplizierte Technik gewartet werden und auf die Mitarbeiter warten außerdem noch Aufräumarbeiten an allen Ecken und Enden.
Doch wer soll diese Arbeiten erledigen, wenn Mitarbeiter fehlen? „Personaltechnisch steht bei uns Einiges in der Warteschleife“, bestätigt Heiko Haase. Nachdem Thomas Becker nicht mehr Einrichtungsleiter ist, gibt es offiziell nur noch einen Mitarbeiter, der für das Freibad zuständig ist. Doch wenn es um Personalfragen geht, verweist Heiko Haase auf Bürgermeister Uwe Kellner. Der Verwaltungschef kommt erst heute aus dem Urlaub zurück. Auch sein Stellvertreter, Erster Stadtrat Wolfgang Ritzenhoff, kann keine Auskunft geben. Auch er ist verreist.
Hinter den Kulissen wird gemunkelt, dass für den Sommer noch keine einzige Saisonkraft eingestellt ist. Im Vorjahr waren im Freibad zwei beschäftigt. Zwar sollen bereits Verträge ausgehandelt worden sein, doch angeblich hat im Rathaus noch niemand unterschrieben. Die Saisonkräfte sollen sich bereits nach möglichen Alternativen umsehen.
Ob das Freibad pünktlich öffnen kann steht noch nicht fest. Dass es früher als sonst schließen wird, ist dagegen bereits beschlossene Sache. Der Fachausschuss für Sport und Kultur hat den Rotstift angesetzt. Das Bad schließt Ende August. Im Vorjahr war die Einrichtung 15 Tage länger geöffnet. „Die Politik hat beschlossen, dass es in diesem Jahr keinen zweigleisigen Betrieb von Frei- und Hallenbad mehr gibt“, begründet Heiko Haase.
Außerdem werden die täglichen Öffnungszeiten gekürzt. Im Sommer ist das Bad von Montag bis Sonntag nur noch von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Bislang konnte an vier Werktagen der Woche schon ab 10 Uhr geschwommen werden, am Wochenende ab 9 Uhr. Das tägliche Frühbaden fällt ganz aus.
Mit eingeschränkten Öffnungszeiten ist gleichzeitig eine Anhebung der Eintrittspreise um durchschnittlich 16 Prozent verbunden. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass der Eintritt bei einer normalen Eintrittskarte von 3 auf 3,50 Euro steigt, bei einer ermäßigten Karte für Kinder und Jugendliche von 1,50 auf 1,80 Euro. Die Preise für 10er-Karten, Saisontickets und Familienkarten steigen ebenfalls im Preis.