Die liebsten Bücher der Lokalprominenz

Lieblingsbücher von Kellner, Rippich, Kortjohann & co

Lieblingsbücher von Kellner, Rippich, Kortjohann & co

Achims Lokalprominenz stellte bei einer Lesung in der Stadtbibliothek ihre aktuellen Lieblingsbücher oder andere interessante Texte vor.

Uwe Kellner und der DDR-Grenzzaun

Uwe Kellner und der DDR-Grenzzaun

Achims Bürgermeister Uwe Kellner zeigte bei einer Lesung in der Stadtbibliothek ein Stück DDR-Grenzbefestigung. Wieso, erklärt er im Interview.

Achim. Proppevoll war das Lesecafé der Achimer Stadtbibliothek am Freitagabend. Zum Abschluss der bundesweite Aktionswoche „Deutschland liest – Treffpunkt Bibliothek“, stellten bekannte Achimer ihre aktuelle Lieblingslektüre vor.

Den Anfang machte Pastorin Marina Kortjohann. Teils lesend, aber auch immer wieder frei erzählend, stellte sie ihren Zuhörern den Roman „Schande“ vom Autoren J. M. Coetzee vor.

Musiker Detlev Wülbers, Leiter des Schubertchores, nahm sich einen Zeitzeugenbericht über die Uraufführung von einer Beethoven-Symphonie vor.

Dr. Stefan Krolle informierte die Besucher über „Die Gottesanbeterin und ihre Freier“. So hieß der naturwissenschaftliche Text, aus dem der Direktor des Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasiums vorlas. Anschließend wussten alle Zuhörer, dass unter einer Glashaube alle Liebhaber von Gottesanbeterinnen das gleiche Schicksal ereilen wird, nämlich bis auf die Flügel aufgefressen zu werden. In der freien Natur nehmen die Männchen deswegen nach dem Liebesakt reißaus.

Bürgermeister Uwe Kellner stellte „Nur 180 Meter: Liebe im Schatten der Mauer“ vor. Dieses Buch wählte er nicht nur, weil am 9. November der 20. Jahrestag des Mauerfalls war, sondern weil er wegen seiner Verwandtschaft einen sehr persönlichen Bezug zum Mauerfall hat.

Er brachte den Zuhörern ein Stück Metallzaun mit. „Dies ist nicht einmal einen halben Zentimeter breit, aber war ungefähr 1.600 Kilometer lang. Es ist ein Stückchen der Grenze, das ich selbst in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober, der Nacht der Wiedervereinigung, aus dem Grenzzaun im Harz herausgetrennt habe“, erzählt Uwe Kellner. „Meine Verwandten standen im Osten, wir im Westen. Zusammen haben wir von zehn heruntergezählt und genau um 0 Uhr die Wiedervereinigung gefeiert.

Anschließend hat jeder sich ein Stückchen aus dem nichtmehr benötigten Zaun herausgeschnitten. Mein Stück liegt bei mir im Wohnzimmer, um an unsere schwierige Zeit der Verwandtschaft in der DDR Zeit zu denken“, so Uwe Kellner.

Das lustigsten Geschichten des Abends stellte Annameta Rippich, Vorsitzende der Landkreis-Landfrauen, vor. Sie las aus „Glück kommt selten allein …“, dem neusten Buch des Arztes und Kabarettisten Eckard von Hirschhausen. Dieser beantwortet die kuriosesten Fragen. Beispielsweise weswegen Männer popeln oder wie viel Geld Pamela Anderson mit jedem Gramm ihrer Brustimplantate verdient.

„Es ist ein pfiffiges Buch. Es eignet sich besonders als Geschenk für Leute, die eine Aufmunterung brauchen“, erzählt Annameta Rippich. Am Ende ihrer Lesung gab sie ihren Zuhörern noch ihr Lieblingszitat von Eckart von Hirschhausen mit auf den Nachhauseweg: „Beginne den Tag mit einem Lächeln, dann hast du es hinter dir.“

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