Förderpreis-Gewinnerin Ina Raschke stellt im Rathaus aus

Ina Raschke stellt im Rathaus aus

Ina Raschke stellt im Rathaus aus

Ina Raschke zeigt bei ihrer Ausstellung nur ein Bild. Dieses ist acht Meter lang und hängt im Rathaus-Foyer. Die Künstlerin erklärt, wieso sie sich für die außergewöhnliche Präsentationsform entschieden hat.

Achim. Im Jahr 2008 hat Ina Raschke den mit 1500 Euro dotierten „Förderpreis für Bildende Kunst des Kunstvereins Achim“ gewonnen. Außerdem wurde der Bremerin eine Einzelausstellung im Achimer Rathaus zugesagt. Diese ist dort nun unter dem Namen „Konzentrat“ zu sehen.

Nicht wenige waren erstaunt, als Ina Raschke im vergangenen Jahr den Förderpreis gewann. „Ihre kleinen unscheinbaren Pflanzenzeichnungen provozierten negative Vorurteile, da nichts in ihnen einen Hinweis auf Geschick, Können oder Zeigen enthielt“, sagt Dr. Arie Hartog, Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses in Bremen, der gestern die Einführungsrede hielt.

Bei der Vernissage im Achimer Rathaus gab es nur ein Bild zu bestaunen.

Bei der Vernissage im Achimer Rathaus gab es nur ein Bild zu bestaunen.

Seiner Meinung nach war die Logik der Blätter völlig anders. „Wer die erste Irritation überwunden hatte, entdeckte Zeichnungen, die so langsam gezeichnet sind, als habe die Künstlerin ihre Handschrift unterdrückt“, so Hartog.

Ina Raschke ist ihrem Stil, mit dem sie den Förderpreis für sich entschieden hatte, treu geblieben. Sie zeigt Bunt- und Bleistiftzeichnungen auf weißem Untergrund. Diese sind durch ihre schlichte Ausführung eher unauffällig. Deswegen hat sie sich eine eher außergewöhnliche Installation als Präsentationsfläche für ihre Kunst ausgedacht.

In ihrem Studio hat sie eine acht Meter lange Papierbahn bemalt. Diese sollte eigentlich durch eine Drahtseilkonstruktion im Rathausfoyer schweben und durch Zugluft in Bewegung versetzt werden. Doch eben dieses leichte Papiermaterial machte der Künstlerin einen Strich durch die Rechnung. Es riss seitlich zirka zehn Zentimeter ein. Deswegen wurde das Banner am Geländer im dritten Stock befestigt.

Ina Raschke hat sich für die außergewöhnliche Präsentationsform entschieden, weil an den Wänden des Rathauses viele Symbole und Wegweiser angebracht sind. „Da meine Zeichnungen viel mit Zeichen arbeiten, habe ich mich dazu entschlossen, nur eine Arbeit zu zeigen. Diese ganz groß und ganz konzentriert, damit sich jeder auf das eine Besinnen kann“, so Ina Raschke. „Nicht an der Wand, wo schon viele Zeichen sind, sondern mitten im Raum, damit sich jeder auf die Zeichnung fokussieren kann“, sagt die Bremer Künstlerin.

Dr. Arie Hartog ergänzte: „Nicht um zu provozieren, zeigt Ina Raschke nur eine einzige Zeichnung, sondern um zu zeigen, was geschieht, wenn ihr System ein riesiges Blatt füllt. “Die Künstlerin hat in ihrem kleinen Atelier immer nur Teile ihrer Zeichnung gesehen. Damit demonstriere die Künstlerin ihre Methode, Schritt für Schritt ein Bild zu machen.

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