Oyten. Mit allen verfügbaren Einsatzkräften und Fahrzeugen eilte am Sonnabend gegen 21 Uhr Oytens Ortsfeuerwehr zum Clüverdamm. Weit abseits von anderen Häusern stand dort eine ehemalige Gastwirtschaft, die jetzt als Wohnhaus genutzt wird, lichterloh in Flammen. Da das Auto des Hauseigentümers vor der Garage stand, mussten die Feuerwehrleute zunächst davon ausgehen, dass sich der Hausherr noch in dem brennenden Haus aufhielt.
Als sehr problematisch bezeichnete deshalb Ortsbrandmeister Volker Ellmers den Einsatz. „Wir wussten nicht, ob der Bewohner zu Hause ist. Erst später konnte uns ein Nachbar berichten, dass der Mann gerade in Süd-Ost-Asien Urlaub macht“, sagte Ellmers. Deshalb beschränkten sich die Feuerwehrleute auf das Löschen von außen und verzichteten auf einen Innenangriff mit Personensuche.
„Diese wäre anfangs auch gar nicht möglich gewesen. Als wir eintrafen, stand das Untergeschoss bereits völlig in Flammen. Teilweise schlugen die Funken auch schon aus dem Dachstuhl“, berichtete der Ortsbrandmeister. Zunächst waren deshalb mehrere Pferde aus einem benachbarten Stall von ihren Pflegern vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.
Sofort begannen die Feuerwehrleute die Flammen aus zwei Rohren zu bekämpfen. Für das Obergeschoss brachten sie die Drehleiter in Stellung. Doch schnell waren die Tanks der Fahrzeuge leer, und die Brandbekämpfer mussten hilflos mit ansehen, wie sich das Feuer auf das komplette Gebäude ausbreitete.
„Die Fahrzeugtanks haben natürlich nur begrenztes Fassungsvermögen. Wir mussten einiges an Leitungen verlegen, um den nächsten Hydranten zu erreichen. In solchen ländlichen Bereichen wie am Clüverdamm lässt sich das nicht verhindern“, so Volker Ellmers.
Nach einer Viertelstunde hatten die Feuerwehrleute den Brand im griff. Trotzdem konnten sie nicht verhindern, dass das historische Wohnhaus komplett zerstört wurde.
Der Sachschaden wird von der Polizei auf mindestens 100.000 Euro geschätzt. Wieso das Feuer ausbrach ist noch unklar. Wegen der großen Hitze und Einsturzgefahr konnten die Spezialisten der Polizei erst gestern Nachmittag die Brandruine betreten.