Jeder zweite Verkäufer ignorierte das Jugendschutzgesetz

Verden. Polizei und Stadtverwaltung haben in der letzten Woche den Verkäufern von hochprozentigem Alkohol auf den Zahn gefühlt. Im Auftrag der beiden Behörden versuchten drei Jugendliche, die sich als Testkäufer zur Verfügung gestellt hatten, in Tankstellen und Supermärkten im Stadtgebiet neben Kartoffelchips und Süßigkeiten auch an branntweinhaltige Getränke zu kommen.

Fast jeder zweite Verkäufer ignorierte das Jugendschutzgesetz.

Fast jeder zweite Verkäufer ignorierte das Jugendschutzgesetz.

Das Ergebnis: Beinahe jeder zweite Verkäufer rückte den Alkohol an die Jugendlichen bedenkenlos heraus. Entweder waren ihnen die entsprechenden Bestimmungen des Jugendrechts gar nicht bekannt, oder sie ignorierten sie komplett. In vier Fällen ließen sich die Verkäufer erst den Personalausweis der 17-jährigen Käufer vorlegen und gaben die Alkoholika aber trotzdem heraus.

Vorerst beließen es Polizei und Stadtverwaltung bei ermahnenden Gesprächen. In der Zukunft müssen sich die Betreffenden jedoch auf eine härtere Gangart einstellen und sogar ein Bußgeld in Kauf nehmen. Wie der Beauftragte für Jugendsachen bei der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Hauptkommissar Eberhard Block, erklärte, werde man solche Aktionen auch in Zukunft wiederholen. Gleichwohl haben er und der Fachbereichsleiter für Sicherheit und Ordnung von der Stadt Verden, Rüdiger Nodorp, auch einen gewissen Lerneffekt bei den Verkäufern ausgemacht. Immerhin hatten einige (wenige) Konzerne ihr Personal schon sensibilisiert oder im günstigsten Fall sogar gegen Unterschrift unterwiesen. Manche hatten sogar die technischen Voraussetzungen geschaffen, die ihr Personal bei dem Verkauf von Hochprozentigem akustisch vorwarnt und zur besonderen Umsicht mahnt.

15 Verkaufsstellen wurden am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche überprüft, sieben Mal kam es dabei zu Verstößen. Demnach ist das Fazit, das die beiden Behördenvertreter nach Abschluss der Aktion zogen, auch eindeutig: “Nach wie vor wird es den Jugendlichen zu leicht gemacht, an hochprozentigem Alkohol zu kommen. Testkäufe sind ein geeignetes Mittel, um das Verkaufspersonal zu sensibilisieren und den Teens den Erwerb von Alkohol zu erschweren”.

Tags: